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17. Februar 2010 Bürgerschaftsfraktion

Irrsinn! Kahlschlag für die Internationale Gartenschau 2013

Bäume haben die Angewohnheit, über einen langen Zeitraum zu dem heranzureifen, wofür wir sie schätzen und bestaunen. An diesem Gedanken knüpft die "IGS 2013" in ihrer heutigen Pressemitteilung an. Darin wird IGS-Chef Heiner Baumgarten u.a. mit diesen Worten zitiert: "Es werden auch künftig schöne, alte Bäume das Bild auf dem Gartenschaugelände prägen. Darüber hinaus erwartet die Besucher ein tolles Freizeitangebot." Mit dieser Erklärung wird die in Wilhelmsburg inzwischen nicht nur von der LINKEN, sondern auch von den Naturschutzverbänden und etlichen BürgerInnen laut vorgetragene Kritik an der geplanten Fällung von bis zu 2235 Bäumen mehr schlecht als recht pariert. Denn Bäume brauchen eben ihre Zeit, bis sie alt und groß werden, und dafür reichen die Jahre bis zur Eröffnung der IGS 2013 ganz sicher nicht. Ersatzpflanzungen sind im Übrigen nicht einmal für alle zur Fällung vorgesehenen Bäume beschlossen.

Dr. Joachim Bischoff, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, erklärt dazu:

"Baumfällungen in vierstelliger Größenordnung einzuplanen und damit rund 40 % des gesamten Baumbestande auf dem IGS-Gelände abzuholzen ist an sich schon ein Irrsinn. Viele BürgerInnen fragen sich, was eine Gartenschau für einen Sinn macht, wenn zunächst einmal der Baumbestand vernichtet wird?"

Der IGS-Chef setzt aber noch einen oben drauf, wenn er den Kahlschlag damit begründet, in Zukunft (in 50 Jahren?) würde es ja auch wieder 'schöne, alte Bäume' und 'ein tolles Freizeitangebot' geben. Mit respektvollem Umgang gewachsener Natur, mit Nachhaltigkeit hat das alles überhaupt nichts zu tun. Hier wird ein neues Leuchtturmprojekt in Szene gesetzt, dass den Besucher- und Touristenscharen gefallen soll, ob es den WilhelmsburgerInnen passt oder nicht. Vor diesem Hintergrund unterstützt DIE LINKE den Protest und die Aktionen gegen den Kahlschlag. Und natürlich auch die von der LINKEN Wilhelmsburg erstattete Anzeige gegen die IGS und die Finanzbehörde, die dafür verantwortlich sind, dass seit Herbst 2008 bereits 749 Bäume gefällt worden sind, obwohl sie in den Geltungsbereich der Baumschutz-Verordnung fielen.