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9. Mai 2016 Bürgerschaftsfraktion

Integration muss Pause machen

Sabine Boeddinghaus, Co-Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE

Geflüchtete Kinder, die nicht mit den anderen SchülerInnen gemeinsam in die Pause gehen dürfen: Medienberichten zufolge ist dies an diversen staatlichen Schulen Hamburgs die Regel. Am Friedrich-Ebert-Gymnasium in Harburg etwa dürfen Flüchtlinge erst dann raus auf den Hof, wenn die GymnasiastInnen wieder in den Unterricht müssen.
Der Senat begründet diese Regelung in seiner Antwort auf eine Schriftliche Kleine Anfrage (Drs. 21/4275) der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft mit organisatorischen Gründen. Ausschließlich geflüchtete Kinder aus den Erstaufnahmestellen seien betroffen, heißt es darin. Die versetzten Schulpausen seien auf unterschiedliche Schulwege und die Essenszeiten in den Zentralen Erstaufnahmestellen zurückzuführen, an denen die geflüchteten Kinder und Jugendlichen teilnehmen würden.

„Diese Ausgrenzung muss sofort ein Ende haben. Es ist das Mindeste, dass Kinder und Jugendliche, die ein und dieselbe Schule besuchen, auch gemeinsam in die Pause gehen können“
, sagt dazu Sabine Boeddinghaus, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. „Wir wissen, dass gerade das Zusammensein jenseits von starren Unterrichtsstrukturen wichtig ist für die interkulturelle Kommunikation. Begegnungen außerhalb der Schulklasse müssen gefördert und erweitert und nicht beschnitten werden.“

Der Linksfraktion liegen Hinweise vor, dass eben nicht nur Kinder aus den Erstaufnahmestellen von der Pausenregel betroffen sind. „Abgesehen davon, dass auch diese Kinder nicht von gemeinsamen Pausenzeiten ausgeschlossen und somit diskriminiert werden dürfen, wissen wir auch von anderen Kindern aus IV-Klassen, die von der Regel betroffen sind. Schließlich räumt der Senat in seiner Antwort ein, dass ihm keine Hinweise dafür vorlägen, dass von diesen Grundsätzen regelhaft abgewichen würde.“

Medienberichten zufolge bedauerten einige SchülerInnen selbst die ausgrenzenden Maßnahmen und wünschten sich gemeinsame Pausenzeiten mit den Geflüchteten. Eine vorbildliche Einstellung, findet Sabine Boeddinghaus: „Lieber Senat, hören Sie auf diese SchülerInnen und lernen Sie von ihnen, wie Integration geht!“