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5. Dezember 2011 Pressestelle, AG Bildungspolitik

INKLUSION = EINE SCHULE FÜR ALLE = SCHULFRIEDEN

Bild: WhiteHotaru, www.wikipedia.de

Die Landesarbeitsgemeinschaft Bildungspolitik der Partei DIE LINKE hat zu einem Diskussionsabend über die Umsetzung der Inklusion an Hamburger Schulen in die Louise-Schroeder-Schule eingeladen. Unter dem Motto „Politik lässt Stadtteilschulen im Stich: Gut gemeint, mies gemacht“ ist auf die eklatante Unterversorgung, insbesondere an den Stadtteilschulen, hingewiesen worden.

Sabine Boeddinghaus, Sprecherin der LAG: “Viele TeilnehmerInnen berichteten uns von unhaltbaren Zuständen, unter denen die Lehrerinnen und Lehrer die Umsetzung des §12 des Hamburgischen Schulgesetzes organisieren müssen. Besonders erschreckend sind aktuelle Planungen der BSB, innerhalb des Konzepts der Inklusion wieder Kleingruppen, bzw. besondere Klassen zu schaffen, in denen ausschließlich Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf unter sich beschult werden sollen. Das ist nichts anderes als Exklusion und läuft dem Auftrag der UN-Behindertenrechtskonvention diametral entgegen.“

„Inklusion ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe,“ ergänzt Henning Feige, Sprecher der LAG Bildung, „sie kann nur mit ausreichenden Ressourcen und qualitativer Fortbildung der Kollegien gelingen. Mit angezogener Handbremse ist diese bisher größte Herausforderung für unser Bildungssystem nicht zu verwirklichen!“

Die LAG Bildung hat gemeinsam mit den TeilnehmerInnen folgende Forderungen formuliert:

  • Alle Klassen, in denen inklusiv gearbeitet wird, haben permanente Doppelbesetzung
  • Alle staatlichen Regelschulen übernehmen Verantwortung und öffnen sich der Inklusion
  • Die Fortbildung der Kollegien erfolgt durch das LI mit dem Sachverstand der Lehrerinnen und Lehrer der bisherigen integrativ arbeitenden Schulen. Erfahrene Lehrerinnen und Lehrer werden zu SchulbegleiterInnen fortgebildet und an das LI teilabgeordnet, um in ihrer Region die Kolleginnen und Kollegen in ihren neuen Aufgabengebieten zu unterstützen
  • Moderner, individueller und inklusiver Unterricht  in vollgebundener Ganztagsschule von Klasse 0-13
  • Multiprofessionelle Teams vor Ort
  • Berücksichtigung der Teambesprechungszeiten bei der Unterrichtsverpflichtung( prozessbegleitende Förderdiagnostik, Beratung, Konzeptentwicklung, Förderplanarbeit)
  • Angesichts der vielfältigen zusätzlichen Aufgaben, die durch die Umsetzung der Inklusion auf die Schulen zukommen, muss das Lehrerarbeitszeitmodell endlich abgeschafft werden
  • Adäquate Unterrichtsmedien, Therapieräume, technische und therapeutische Hilfsmittel und bauliche Voraussetzungen (barrierefrei) müssen überall geschaffen werden
  • Die Inklusion wächst auf beginnend mit den Klassen 1 und 5, entsprechend läuft das bisherige System aus. Die speziellen Sonderschulen bleiben als Angebot für die Eltern, die sie für ihre Kinder wünschen, für einen längeren Zeitraum bestehen.
  • REBUS, als Beratungs-und Unterstützungsstelle außerhalb von Schule bleibt in der Übergangszeit, deren MitarbeiterInnen gehen aber prozessbegleitend sukzessive über in die inklusive Schule.

Sabine Boeddinghaus: “Mit der bisher vom Senat angekündigten Ausstattung der Schulen mit zusätzlichen SonderpädagogInnen - und Sozial-, bzw. ErzieherInnen Stellen kehrt an den Schulen ganz sicher kein Schulfrieden ein. Das Senatskonzept ist eine Mogelpackung: es geht von einer zu niedrig angesetzten Quote von  5% Sonderschüler/innen aus, es operiert mit Umschichtungen, es vergreift sich am Bundes-Teilhabe-Paket und vor allen Dingen basiert es gegen jede wissenschaftliche Erkenntnis auf der falschen Annahme, sonderpädagogische Kompetenz könne durch sozialpädagogische ersetzt werden. Wir brauchen alle Professionen ganz dringend für gelebte Inklusion, aber eben auch ausreichende Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen.“