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7. Februar 2010 Bürgerschaftsfraktion

Impfstoffe für Kinder sind knapp geworden - hat der Senat nicht aufgepasst?

Die Schweinegrippe verlief milde - doch was droht nun in Anbetracht de Produktionsengpässen von lebenswichtigen Impfstoffen für Säuglinge und Kleinkinder beim Hersteller GlaxoSmithKline (GSK)?

Kersten Artus, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft: 

„Es ist unfassbar, dass ein derartiges Chaos bei der Produktion und Lieferung von Impf-stoffen entstanden ist. Die Gier des Pharmariesen GSK scheint so haltlos geworden zu sein, dass die wirklich wichtige Produktion von Impfstoffen vernachlässigt wurde. Oder ist das schlicht Missmanagement? Dem Konzern wurden Millionen Euro gezahlt, damit er zu-sätzlich Impfstoffe produziert und nicht anstatt. Dass Impfstoffe gegen gefährliche Krank-heiten nun nicht mehr ausreichend geliefert werden können, ist ein Skandal.“

Die Empfehlung des Pharmariesen, Impfungen zu verschieben oder gegen Krankheiten einzeln zu impfen, sei laut Artus nicht nachvollziehbar und eine Täuschung der Öffentlich-keit. Schon lange gibt es die Kritik, dass nur Kombi-Impfungen möglich sind. Wo sollen nun die Einzelimpfstoffe mit einem Mal herkommen? Warum können Impfungen einfach ver-schoben werden, wenn es doch verbindliche Empfehlungen gibt, zu welchem Zeitpunkt geimpft werden soll? Hier wird mit der Glaubwürdigkeit gespielt.

Artus fordert umgehende vollständige Aufklärung und verlangt auch Regressmaßnahmen gegen GSK. Sie sieht auch den Hamburger Senat in der Verantwortung: „Beim Abschluss des Vertrages über die Produktion eines Impfstoffes hätte er vereinbaren müssen, dass die andere Impfstoffproduktion nicht beeinträchtigt wird. Sollte dies nicht geschehen sein, ist er verantwortlich dafür, wenn nun Kinder an Hepatitis oder Kinderlähmung erkranken, weil sie nicht rechtzeitig geimpft wurden.“

Das will Artus in einer Anfrage an den Senat nun klären lassen.