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17. März 2013 Bürgerschaftsfraktion

Immer mehr Studierende müssen ihren Platz einklagen

© CC BY-SA 3.0: Merlin Senger

Zum Wintersemester 2012/13 haben sich allein an der Hamburger Universität 53.379 Bewerberinnen und Bewerber für insgesamt 5699 Bachelor- und 2685 Masterstudienplätze angemeldet. Die gefragtesten Fächer sind BWL (5580 Bewerbungen auf 430 Plätze), Medien- und Kommunikationswissenschaft (3355 Bewerbungen auf 41 Plätze) und  Psychologie (4686 Bewerbungen auf 170 Plätze). Das haben zwei Schriftliche Kleine Anfragen der Fraktion DIE LINKE ergeben (Drs. 20/6551 und Drs. 20/6591).

„Die finanzielle und personelle Ausstattung der Hamburger Hochschulen ist weder ausreichend für die StudienanfängerInnen, noch für die Fortsetzung im Masterstudium – selbst dann nicht, wenn nur ein Teil der Bachelor-Studierenden den Master will“, erklärt Dora Heyenn, hochschulpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. „Kein Wunder, dass zunehmend junge Menschen versuchen, einen Studienplatz gerichtlich einzuklagen.“

Allein an der Universität Hamburg wurden im laufenden Wintersemester 20 Studienplatzklagen eingereicht (vier Klagen im WS 2011/12, vgl. Anlage). 1703 BewerberInnen haben beim Verwaltungsgericht einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gestellt (1230 Anträge im WS 2011/2012), insbesondere in den beliebten Fächern Erziehungswissenschaft/Lehramt (459 Anträge) und Psychologie (142 Anträge). „Es war und ist politisch gewollt, dass immer mehr junge Leute ein Studium aufnehmen“, so Dora Heyenn. „Wenn aber derart wenige Studienplätze zur Verfügung stehen, wird der Kampf um sie natürlich immer härter.“ Nahezu alle Studienfächer haben heute einen Numerus Clausus, die Wartezeiten werden immer länger, die Zugangsvoraussetzungen immer schärfer. „Bereits jetzt werden Bachelor-AbsolventInnen zwangsweise in die Wirtschaft geschickt, obwohl sie gerne weiterstudieren würden“, kritisiert Dora Heyenn. „Dabei ist die Qualifikation des Bachelorabschlusses meist so niedrig, dass nach drei bis vier Jahren Studium auch schlecht bezahlte Jobs angenommen werden müssen.“

Eine Entlastung ist nicht in Sicht: Bis 2020 werden jedes Jahr etwa 16.000 bis 17.000 Studienanfänger an die Hamburger Hochschulen drängen, prognostiziert die Kultusministerkonferenz. „Man kann doch nicht junge Menschen auffordern zu studieren und dann sie und die Lehrenden im Regen stehen lassen“, sagt Dora Heyenn. „Die Hamburger Hochschulen müssen personell und finanziell besser ausgestattet werden. Und zwar nicht ein bisschen, sondern deutlich!“