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22. März 2013 Bürgerschaftsfraktion

IBA: Wilhelmsburgs Zukunft ohne WilhelmsburgerInnen

By Inet k (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons. Das IBA-Dock im Müggenburger Zollhafen in Hamburg-Veddel, Sitz der IBA Hamburg GmbH, Besucherzentrum der Internationalen Bauausstellung (IBA) 2013 in Hamburg

Am Samstag wurde in Wilhelmsburg die Internationale Bauausstellung eröffnet. Unter dem Motto „Entwürfe für die Zukunft der Metropole“ will sie sich den in diesem Stadtteil konzentrierenden städtebaulichen und stadtpolitischen Herausforderungen stellen.

Auch wenn das Leitthema 'Stadt im Klimawandel' heißt, hat die IBA keine ernsthaften Ansätze für eine klimaverträglichen Zukunft der Metropole“, kritisiert Dora Heyenn, umweltpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. Die klimaschonenden Bau- und Energieprojekte der IBA wie das Algenhaus oder der Energiebunker seien zwar interessant. Auf ganz Wilhelmsburg  bezogen seien die Projekte aber „nicht mehr als Kosmetik“. Zudem seien die hier gezeigten Bau- und Energieprojekte unwirtschaftlich. „Es ist mittlerweile klar, dass Klimaschutz und Naturschutz in der SPD-geführten Stadtentwicklungsbehörde keine Priorität genießen“, so Dora Heyenn.

„Der Sprung über die Elbe hat die Probleme der Stadtteile Wilhelmsburg und Veddel nicht gelöst“, kritisiert Heike Sudmann, stadtentwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion. Einigen guten Ansätzen der IBA stehen krasse Negativentwicklungen gegenüber. Die sogenannten Smart Price Houses etwa sollen laut IBA Menschen mit kleinem Geldbeutel ermöglichen, Wohnraum in der Stadt zu kaufen oder zu mieten. „Wie ein kleiner Geldbeutel 1059 Euro Miete für eine 70-Quadratmeter-Wohnung aufbringen soll, ist mir nach wie vor ein Rätsel“, so Sudmann. „Das sind immerhin mehr als 15 Euro pro Quadratmeter.“ Das Beispiel zeige, wie weit IBA und Senat von den Problemen im Stadtsüden tatsächlich entfernt seien. „Geradezu zynisch ist die Schließung der Sozialberatung in Wilhelmsburg, während rundherum teure Prestigebauten entstehen“, erklärt die Fachabgeordnete. „Damit wird nicht die Armut bekämpft, sondern die Armen werden aus dem Stadtteil verdrängt.“

Wenn die IBA tatsächlich wegweisend sein solle, müsse der Senat nachsteuern und dafür sorgen, dass bezahlbarer Wohnraum für die WilhelmsburgerInnen entsteht. „Containergebirge und übermäßiger LKW- und PKW-Verkehr in Wilhelmsburg und auf der Veddel müssen verschwinden, damit das gute Leben auch dort einziehen kann“, fordert Sudmann. „Die IBA jedenfalls leistet das nicht.“