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15. Januar 2011 Bürgerschaftsfraktion

HSH-Vorsitzender Nonnenmacher der Pflichtverletzung überführt?

Der scheidende HSH-Nordbankchef wird durch ein neues Gutachten schwer belastet. Ein von den Landesregierungen in Hamburg und Kiel in Auftrag gegebene Untersuchung „zu möglichen Pflichtverletzungen durch Vorstandsmitglieder der HSH Nordbank AG“ belastet den Banker schwer. Nonnenmacher habe - so die Experten der Anwaltssozietät CBH (Cornelius Bartenbach Haesemann&Partner) - im Zusammenhang mit den dubiosen „Omega“-Deals im Jahr 2007 seine Pflichten verletzt, weil er seiner „Überwachungsverantwortung“ nicht im erforderlichen Maß nachgekommen sei.

Dazu erklärt das Mitglied der Linksfraktion im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss in Hamburg Dr. Joachim Bischoff: „Dass eine andere Anwaltskanzlei zu einer anderen Einschätzung der Verantwortung von Dr. Nonnenmacher kommt ist nicht überraschend.

Gegenüber vier ehemaligen Vorstandsmitgliedern fordert die Bank zu Recht, dass sie für einen Teil des Schadens aufkommen müssen. Sie hätten nach Ansicht der Bank bei „einer Reihe von Transaktionen“ ihre Sorgfaltspflichten verletzt. Die Schadenersatzforderungen der Bank belaufen sich auf eine „große zweistellige Millionensumme“. Die HSH stützt ihre Forderungen wesentlich auf ein Gutachten der Kanzlei Freshfields, das die Prüfer Ende 2009 dem Aufsichtsrat vorgelegt hatten. Die Gutachter sahen damals Nonnenmachers Verhalten im Zusammenhang mit dem verlustträchtigen Omega-55-Geschäft als „noch mit der Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsleiters vereinbar“ an.“ Nonnenmacher wurde entlastet mit dem Argument er sei kein ausgewiesener Kapitalmarktexperte und habe außerdem bei der Entscheidung unter enormen Zeitdruck gestanden.

Diese Argumentation war in allen Untersuchungsverfahren stets umstritten. Herr Nonnenmacher ist bei dem Nachweis einer schweren Pflichtverletzung nicht nur seine Abfindung von 2,1 Millionen Euro los. Ganz davon abgesehen, dass Nonnenmacher diese sogenannte Abfindung sowieso nicht verdient hat, wäre der Nichtanspruch dieser Millionenabfindung sicherlich nicht das größte Problem. Vielmehr geht es um Straftatbestände wie Untreue zu Lasten des Hamburger Steuerzahlers und mögliche Regressansprüche gegen Nonnenmacher persönlich, die diese Abfindung um ein Vielfaches übersteigen. Er muss wie die anderen Vorstandsmitglieder auch mit einer Schadenersatzklage rechnen. Außerdem dürfte das neue Gutachten auch die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen unterstützen“, schließt Bischoff.