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21. August 2009 Bürgerschaftsfraktion

HSH Nordbank: Über eine halbe Milliarde Verlust - ein Erfolg?

Die angeschlagene HSH Nordbank hat ihre Halbjahreszahlen vorgelegt. Wie erwartet fällt der Verlust mit 530 Millionen Euro hoch aus. Die Folgen der Finanzkrise haben das Ergebnis der angeschlagenen Landesbank im ersten Halbjahr 2009 kräftig verhagelt. Die Bank wies am Freitag einen Nettoverlust von 559 Mio. Euro aus. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres konnte noch ein Gewinn von 137 Mio. Euro verbucht werden. Die wesentliche Ursache war die auf rund 1,2 Mrd. Euro gestiegene Risikovorsorge im Kreditgeschäft, die im Vorjahreszeitraum nur 130 Mio. betrug.

Trotzdem gibt Vorstandschef Nonnenmacher die roten Zahlen als Erfolg aus: "Es zeigt sich, dass die Maßnahmen zur Stabilisierung und strategischen Neuausrichtung der Bank greifen. Wir sind nicht zuletzt Dank der Unterstützung der Länder sowie der hervorragenden Arbeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einem guten Weg."

Dazu erklärt der Finanzpolitische Sprecher Dr. Joachim Bischoff:

"Schlechte Nachrichten als Erfolgsmeldungen verkaufen zu wollen, ist mit Sicherheit keine vertrauensbildende Maßnahme. Man kann gemäß dem Sanierungsplan für 2009 und 2010 keine schwarzen Zahlen erwarten. Allerdings zeigt die massive Erhöhung der Risikovorsorge das Heraufziehen einer Schlechtwetterfront für die Bank. Es geht weniger um Wertberichtigungen bei den toxischen Wertpapieren, als vielmehr um massive Kreditausfälle im Bereich der Schiffsfinanzierungen und andrer Geschäftsbereiche.

Ob die strategische Neuausrichtung der Bank greift, damit die öffentlichen Unterstützungsgelder nicht in einem Fass ohne Boden versenkt wurden, wird sich erst zum Jahresende beurteilen lassen. Dem Vorstandschef Nonnenmacher sind offenkundig nüchtern realistische Bewertungen von Zwischenergebnissen fremd. Herr Nonnenmacher gehört zu der Gruppe arroganter Bankmanager, die aus der globalen Finanzkrise kaum Schlussfolgerungen gezogen haben."