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25. November 2011 Bürgerschaftsfraktion

HSH Nordbank kündigt schlechtes Quartalsergebnis an

Die HSH Nordbank hat mitgeteilt, dass ihr Ergebnis zum Ende des dritten Quartals miserabel ausgefallen ist. Die detaillierten Ergebnisse sollen am 9. Dezember vorgestellt werden. Nach Steuern ergibt sich danach ein Konzernfehlbetrag von  -224 Mio. Euro. Damit hat sich der Fehlbetrag im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum (-190 Mio. Euro) nochmals um 34 Mio. Euro erhöht.

Das Ergebnis sei von diversen Sonderfaktoren beeinflusst. So will die Bank ein operatives Ergebnis von 839 Mio. Euro für die ersten drei Quartale des laufenden Jahres erzielt haben - nach 157 Mio. Euro im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die Gesamterträge seien von 1.123 Mio. Euro in 2010 auf 1.007 Mio. Euro im laufenden Jahr zurückgegangen. Die Kernkapitalquote sei von 15,4 % zum 31.Dezember 2010 auf nunmehr 17,9 % zum 30.September 2011 gestiegen.

Für den Vorstandsvorsitzenden ist die Welt trotz des Fehlbetrags in Ordnung: "Die strategische Fokussierung auf unsere Kerngeschäfte sowie der fortgeschrittene Risikoabbau der Bank zahlen sich in unserer operativen Geschäftsentwicklung  zunehmend aus." Diese positive Entwicklung werde "nur" durch die Umsetzung der EU-Auflagen belastet.

Dazu erklärt Dr. Joachim Bischoff, finanzpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft: "Erneut erleben wir die aus der Geschichte des HSH Nordbank-Debakels sattsam bekannte Schönfärberei. Der Bank zufolge ist eigentlich alles bestens, Schuld an dem schlechten Ergebnis sind wieder mal andere, die EU und die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein, die als Eigentümer nach Aussagen der Bank endlich jene 500 Mio. Euro bekommen haben, zu deren Zahlung die EU die Bank verdonnert hatte. Der Grund: Für ihre Stützungsleistungen hatten die beiden Länder viel zu wenige Aktien als Gegenleistung erhalten, weil der zugrunde gelegte Aktienkurs mit 19 Euro deutlich zu hoch war. Der nun bei der Bank ergebniswirksam gebuchte Betrag soll den Eigentümern die Möglichkeit geben, Aktien nachzukaufen. Aber können die sich darüber wirklich freuen?

Denn der Verweis der Landesbank auf diese quasi "externe" Belastung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die HSH Nordbank nach wie vor in schwerem Wasser bewegt. Das Ergebnis wäre noch viel schlechter ausgefallen, wenn die Bank nicht viel Tafelsilber wie Beteiligungen und Portfolien verkauft hätte. Erst kürzlich ist das Rating der HSH Nordbank - wie das von weiteren sechs Landesbanken - herabgestuft worden. Der Grund: Die HSH Nordbank hat nach wie vor kein tragfähiges neues Geschäftsmodell und immer noch hohen Abschreibungsbedarf in ihren Büchern, der sich durch die sich zuspitzende Finanz- und Schuldenkrise noch erhöhen wird. Die daraus drohenden Verluste werden erneut vor allem Hamburg und Schleswig Holstein belasten, deren Kassen allerdings schon jetzt leer sind. Weitere Stützungsaktionen werden deshalb schwer zu finanzieren und politisch zu vermitteln sein."