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14. Dezember 2008 Bürgerschaftsfraktion

HSH Nordbank im Strudel der Finanzmarktkrise

Die HSH Nordbank kommt auch nach dem Führungswechsel im Management nicht zur Ruhe. Bereits vor der Aufsichtsratssitzung berichtet die Presse von stürmischen Zeiten für die Bank, die alle bisherigen Befürchtungen übertreffen: Die Verluste der HSH Nordbank für 2008 belaufen sich auf bis zu eine Milliarde Euro. Bei den norddeutschen Sparkassen herrscht zu Recht Alarmstimmung. Zudem ist in Abbau von 750 Stellen bis Ende des Jahres 2010 geplant, davon rund 200 in Hamburg. Die Beschäftigten wollen die Sitzung des Aufsichtsrats am Montagnachmittag deshalb mit einer „Mahnwache“ vor dem Haupteingang des Hamburger Bankgebäudes begleiten.

Der finanz- und haushaltspolitische Sprecher der LINKEN, Dr. Joachim Bischoff, erklärt dazu:  

„Offenkundig hat jetzt Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust das Krisenmanagement übernommen. Die HSH Nordbank ist deshalb noch lange nicht auf dem Weg in ruhigeres Fahrwasser und die Nachrichten sind dadurch auch nicht besser geworden, aber die unerträgliche Beschönigungsrituale des Finanzsenators Freytag verschleiern nicht mehr den Blick auf die trostlose Realität.“

Die bekannt gewordenen Zahlen übertreffen alle bisherigen Befürchtungen: Die Verluste der HSH Nordbank für 2008 belaufen sich auf bis zu eine Milliarde Euro. In der Tat war mit weiteren Abschreibungen und Verlusten gerechnet worden, die sich bis zum Ende des dritten Quartals 2008 auf 1,3 Milliarden Wertberichtigungen und 360 Millionen Verlust beliefen. Neben weiteren Abschreibungen auf das Wertpapierdepot mit  „toxischen“ Wertpapieren war in den letzten Wochen auch das zentrale Geschäftsfeld der Schiffsfinanzierungen massiv in die Krise geraten.

Bei den norddeutschen Sparkassen herrscht zurecht Alarmstimmung. Sie können weitere Kapitalerhöhungen nicht schultern und würden ihren Anteil  von 14,2% an der HSH Nordbank gerne verkaufen. Gut 500 Mio. Euro haben die Sparkassen zwischen Flensburg und Lauenburg in der kriselnden HSH Nordbank stecken. Das war allerdings der Wert im Sommer. Inzwischen könnten wegen der hohen Abschreibungen und Verluste der Bank mehr als 200 Millionen Euro verloren worden sein. Weitere 40 Mio. Euro werden in den Sparkassenbilanzen fehlen, weil erwartete Dividenden der Nordbank ausbleiben.

Für die Sparkassen geht es um ihre Fähigkeit, kleine und mittlere Betriebe mit Krediten zu versorgen. Hier haben sie einen Marktanteil von rund 65 Prozent. Die HSH Nordbank hat im regionalen Firmenkundengeschäft lediglich einen Marktanteil von rund sieben Prozent. Die Folgen einer Kreditklemme der Sparkassen für die Wirtschaft im Norden wären dramatisch.

Vor dem Hintergrund der Finanzmarktkrise ist ein Abbau von 750 der insgesamt 4.300 Vollzeitstellen bis Ende des Jahres 2010 geplant. In Hamburg sollen rund 200 von 1.700 MitarbeiterInnenstellen wegfallen. Am Montag hat der Betriebsrat der Bank gemeinsam mit der Gewerkschaft Ver.di zu einer Protestdemonstration aufgerufen. Am Mittag werden HSH-Beschäftigte in Hamburg und Kiel ihre Kritik in die Öffentlichkeit tragen. Die Verunsicherung ist groß. Es ist an der Zeit, sich für Beschäftigungssicherung und den Erhalt der Arbeitsplätze stark zu machen.

„Bürgermeister Ole von Beust bestätigt auch, dass es Verhandlungen über eine Fusion oder Kooperation mit anderen Landesbanken gibt. Allerdings wird es hier keine schnelle Lösung geben. Alle Landesbanken sind in den Strudel der Finanzmarktkrise verwickelt und ein Zusammenschluss bringt keine grundlegende Bereinigung“, erklärt Bischoff abschließend.