Zurück zur Startseite

Kontakt zur Pressestelle

DIE LINKE,
Landesverband Hamburg
Pressestelle,
Martin Wittmaack
Wendenstr. 6 • 20097 Hamburg
presse@die-linke-hamburg.de
+49 -(0)176 - 600 22 592

 
19. Juli 2011 Bürgerschaftsfraktion

HSH Nordbank: Finanzsenator Tschentscher schließt Verkauf der Anteile vorerst aus

Hamburg und Schleswig-Holstein halten zusammen 83,3% der Aktienanteile an ihrer gemeinsamen Landesbank HSH Nordbank. Die beiden Länder sind so stark investiert, weil sie die Bank mit Kapitaleinschüssen aus ihrer bedrohlichen Schieflage retten mussten. Die HSH Nordbank hatte sich mit Fehlspekulationen selbst an den Rand des Abgrunds manövriert. Hamburg und Schleswig-Holstein schossen drei Mrd. Euro zusätzliches Eigenkapital ein und gaben noch weitere Garantien über 10 Mrd. Euro. Sowohl Hamburg als auch Kiel hatten von Anfang an die Absicht, nach Sanierung der Bank ihre Anteile wieder zu verkaufen.

Nun wird Finanzsenator Peter Tschentscher in einem Interview wie folgt zitiert: "Ein Verkauf ist derzeit nicht sinnvoll und nicht vorgesehen".Dazu erklärt Dr. Joachim Bischoff, haushaltspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft: "Ein möglicher und wünschenswerter Verkauf der Anteile ist sicherlich erst spruchreif, wenn die Verhandlungen im EU-Beihilfeverfahren definitiv abgeschlossen sind und die Ergebnisse feststehen. Zu erwarten ist, dass die HSH Nordbank 500 Mio. Euro aus Gewinnrücklagen an die beiden Länder zurückzahlen muss. Aufgrund zu hoch festgesetzter Aktienkurse bekamen die Länder für ihre Kapitaleinschüsse zu wenige Stammaktien als Gegenleistung. Die Rückzahlung der 500 Mio. Euro ermöglicht den Ländern, weitere Stammaktien beziehen zu können. Allerdings wird in diesem Zusammenhang auch der Wert der HSH Nordbankaktien festgestellt werden. Wahrscheinlich  ist, dass die Länder zwar mehr Aktien erhalten, deren Preis aber weiter abgesenkt wird. Dies läuft auf weitere Vermögensverluste hinaus.Entscheidend für die Zukunftsfähigkeit der Bank aber ist, dass sie endlich zu einem tragfähigen neuen Geschäftsmodell findet. Dann könnte sich der Wert der HSH Nordbank wieder erholen und der Aktienpreis steigen. Über einen dann wahrscheinlichen Börsengang könnten sich die Länder abschließend werteschonend von ihren Anteilen trennen. Es ist also noch ein langer und unsicherer Weg bis sich Hamburg von den Resten der HSH definitiv trennen kann."