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22. Juni 2010 Bürgerschaftsfraktion

HSH Nordbank - der Abwärtstrend ist nicht zu stoppen

Ein wesentlicher Grund für die Verluste in Milliardenhöhe, die das Finanzinstitut letztlich in eine Schieflage brachte, war das unzureichende Risikomanagement. Jetzt soll nach Aussagen des Bankvorstandes dieses Defizit behoben sein. Die aktuelle Risikovorsorge der HSH Nordbank sei ausreichend und angemessen. Auch die Risiken aus dem Engagement bei griechischen und spanischen Staatsanleihen habe das Institut im Griff, genau wie das kritische Segment der Schiffsfinanzierungen.

"Die These von der ausreichenden Risikovorsorge muss vor dem Hintergrund der jüngsten Geschäftsergebnisse gesehen werden. Die Verantwortlichen der HSH Nordbank bekommen die Lage der Bank nicht in den Griff. Seit 2007 hängt die Bank am Tropf der Steuerzahler, und jetzt, mehr als 3 Jahre später, will die Bank 'Milliarden in die Risikovorsorge investiert haben'? Eine deutlich höhere Risikovorsorge in Form von Wertberichtigungen wäre schon längst fällig gewesen", widerspricht  Dr. Joachim Bischoff, finanzpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft, dieser Bewertung.

Die Zahlen zum ersten Quartal 2010 sind deutlich schlechter ausgefallen, die Rücklagen erneut nahezu aufgezehrt. So verminderte sich die Barreserve von 1,3 Mrd. Euro auf 680 Mio. Euro und wurden die Gewinnrücklagen von 1,6 Mrd. Euro auf 830 Mio. Euro halbiert. Dabei haben die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein das Rücklagenpolster erst aufgefüllt. So sind von der letzten Kapitalaufstockung mehr als 1,5 Mrd. Euro von der Bank in die Kapitalrücklage gebucht worden, und wieder sind die Rücklagen schneller geschmolzen als Schnee in der Sonne.

Die Ratingagentur Standard & Poor´s, die die Lage der Bank als extrem kritisch einschätzt und die Bank mit BBB plus eingeratet hat, ist kurzerhand von der Bank vor die Tür gesetzt worden, der Vertrag wurde nicht verlängert. Zudem wies Standard & Poor´s zu Recht darauf hin, dass die Bank weitere Kapitalhilfen benötigen wird, falls sich die Märkte nicht schnellstens erholen.

Zudem ist die Bank nach wie vor nicht in der Lage, endlich ein Geschäftsmodell zu verfolgen, das die Zukunft der Bank sichern könnte.