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26. Juli 2010 Bürgerschaftsfraktion

HSH Nordbank: Bankenstresstest schlechter Witz

Die HSH Nordbank ist hochzufrieden mit dem Ausgang des europäischen Stresstestes für Banken und vermeldet: "HSH Nordbank schließt Stresstest erfolgreich ab". Weil die Aussagekraft des Tests beschränkt ist, sieht die Fraktion DIE LINKE in dem Abschneiden kein Zeichen dafür, dass die Bank eine positive Geschäftsentwicklung aufweist und künftig ohne öffentliche Mittel auskommen wird.

Der Europäische Ausschuss der Bankenaufsichtsbehörden (CEBS) hatte europaweit 91 Banken einem sogenannten "Stresstest" unterzogen, wobei jeweils drei Szenarien unterstellt wurden. Alle Szenarien wurden im Hinblick auf die Kernkapitalquote untersucht. Bei der HSH Nordbank lag die Kernkapitalquote in allen drei Szenarien bei mindestens 9,7 % und damit über den von der CEBS geforderten Werten.

Dazu erklärt Dr. Joachim Bischoff, finanzpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft:

"Die ganze Aktion ist ein schlechter Witz! Was ist denn überhaupt geprüft worden in dem "Stresstest"? Ich will das mal so erklären: 91 Patienten werden zu einem Gesundheitscheck zu einem Arzt geschickt. Der Arzt prüft jedoch nicht den Gesundheitszustand der einzelnen Patienten, sondern lediglich die Dicke der mitgebrachten Geldbörsen und inwieweit im Falle einer Erkrankung die Behandlung auch bezahlt werden kann. Der jeweilige Gesundheitszustand, bestehende Erkrankungen oder gar strukturelle Schwächen sind überhaupt nicht überprüft worden."

Welche Belastungen aus dem Wertpapiergeschäft auf die Bank zukommen und ob das Geschäftsmodell der Bank zukunftsfähig ist, spielten dabei keine Rolle. Das deutlich negative Konzernergebnis des ersten Quartals bleibt ein klares Warnsignal. Sollte diese Tendenz sich auch in der weiteren Entwicklung des Jahres fortsetzen, wird die Bank auf weitere Unterstützung angewiesen sein.