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7. September 2009 Bürgerschaftsfraktion

HSH Nordbank: Aussage von Justiziar Gößmann im Kieler PUA bestätigt Schwächen im Risikomanagement

Der Justiziar Gößmann der HSH Nordbank hat vor dem Untersuchungsausschuss des Landtages in Kiel deutliche Schwächen im Risikomanagement eingestanden. Es sei nicht zum frühesten möglichen Zeitpunkt gegengesteuert worden: "Im Nachhinein sind vor allem Schwächen in der Geschäftsorganisation, dem Risikomanagement sowie in der Rechnungslegung dafür verantwortlich zu machen."

Zur Schieflage der Bank trug in beträchtlichem Umfang das sogenannte Kreditersatzgeschäft bei, auf das seit 2007 Wertberichtigungen in Höhe von 3,1 Milliarden Euro vorgenommen werden mussten. Wesentliche Veränderungen am Risikomanagement habe die Bank 2007 vorgenommen, erläuterte Gößmann. Umfassenden Korrekturbedarf ermittelte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG bei der Analyse des Jahresabschlusses 2008: Die KPMG monierte 328 Einzelpunkte.

Dazu erklärt Dr. Joachim Bischoff, Mitglied im PUA:

"Dies ist in vielerlei Hinsicht eine Bestätigung der seit längerem in den Medien erörterten Tatbestände. Auch aus meiner eigenen Akteneinsicht kann ich bestätigen, dass es in der Bank bereits 2007 ein klares Bewusstsein von dem unzureichenden Risikomanagement gab. Nicht nur in dem Bericht der Wirtschaftsprüfer KPMG werden massive Mängel benannt. Auch aus einer Prüfung der Deutschen Bundesbank ergibt sich eine vergleichbare Einschätzung. Die kritische Situation der HSH Nordbank war auch dem Aufsichtsrat Ende 2007 bekannt. Es bleibt bei der Kritik, dass der Aufsichtsrat und damit der Vorsitzende Dr. Peiner und Finanzsenator Freytag ihre Aufgaben unzureichend wahrgenommen haben. Bei der weiteren Entwicklung geht es nicht nur um die Verluste aus dem Kreditersatzgeschäft, sondern auch einer gefährlichen Unterschätzung der Risiken bei der Schiffsfinanzierung. Ich hoffe, dass wir auch in Hamburg zügig zu der Untersuchung der kritischen Geschäftspolitik in den Jahren 2007 und 2008 kommen. Es geht darum die Verantwortlichen im Vorstand und Aufsichtsrat mit diesen Mängeln zu konfrontieren."