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23. Juli 2010 Bürgerschaftsfraktion

HSH Nordbank: 6 Milliarden-Dollar-Finanzlücke?

Laut Medienberichten benötigt die HSH Nordbank erneut einen Kapitaleinschuss in einer Größenordnung von 6 Milliarden Dollar, also rund 4,6 Milliarden Euro. Als Grund wird die Euro-Schwäche im Bereich Schiffsfinanzierungen angegeben. Notwendige Refinanzierungsmittel für das "Kernsegment Schiffsfinanzierungen" scheint der HSH Nordbank keiner mehr in Dollar-Währung in ausreichender Größenordnung gewähren zu wollen, so dass diese Refinanzierungen in Euro notwendig seien. Da Schiffe weltweit in Dollar fakturiert werden, bleibt zweifelsohne ein Währungsrisiko. Angeblich soll die HSH-Führung bereits beim SoFFin angeklopft haben, um die anstehende Finanzlücke auszugleichen.

"Die Nachricht über eine erneute Finanzlücke bei der HSH Nordbank kommt nicht überraschend. Bereits mit Veröffentlichung der Quartalszahlen zum ersten Quartal 2010 zeigten sich Unterdeckungen sowie ein Abschreibungsstau. Der ausgewiesene Konzernfehlbetrag von -276 Mio. EUR geht auch auf Fremdwährungseffekte zurück", erklärt Dr. Joachim Bischoff, finanzpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft.

Gleichwohl soll auch die HSH Nordbank den Stresstest der europäischen Bankenaufsicht bestanden haben. Ist die HSH Nordbank also bloß Opfer des Misstrauens in der Wirtschaftspresse? Im Stresstest wird geprüft, ob die Banken auch bei einem unterstellten Anstieg von Risiken noch über ausreichend Kapital zur Deckung verfügen. Unbestreitbar ist: Die Kernkapitalquote (inklusive der Marktrisikopositionen) der HSH Nordbank geht zurück, dürfte aber immer noch bei über sechs Prozent - wie im Test auch für 2011 gefordert - liegen.

"Das deutlich negative Konzernergebnis des ersten Quartals bleibt gleichwohl ein klares Warnsignal. Sollte diese Tendenz sich auch in der weiteren Entwicklung des Jahres fortsetzen, wird die Bank auf weitere Unterstützung angewiesen sein. Trotz Auslagerung umfangreicher Bestände und ganzer Geschäftsfelder in eine "bad bank" überzeugt das Geschäftsmodell der Kernbank nicht durch schwarze Zahlen", so Bischoff weiter.

Die Ratingagentur Fitch führte bei der Herabstufung an, dass es der HSH Nordbank langfristig nicht möglich sein wird, Gewinne wie vor der Finanz- und Wirtschaftskrise einzufahren. Auch das schwebende Prüfungsverfahren bei der EU-Kommission hat den Hintergrund, dass das Geschäftsmodell der restrukturierten HSH Nordbank wenig überzeugt.