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25. Juni 2012 Bürgerschaftsfraktion

Pflegeheime: LINKE kritisiert Studie und fordert Umdenken

Laut einer neuen Studie des Marktforschungsinstituts Harris International liegt die Auslastung der Hamburger Alten- und Pflegeheime bei 95%, bei Einzelzimmern sogar bei 97%. Die Linksfraktion kritisiert die Studie im Auftrag des Pflegeheimbetreibers KerVita als interessengeleitet: Damit solle der Wachstumskurs der Heimbetreiber gerechtfertigt werden. Nach Auffassung der Linksfraktion müsse man sich aber stärker an den Bedürfnissen der Pflegebedürftigen und des Pflegepersonals orientieren. Es fehlen vor allem ambulante Pflegedienste, die auf die spezifischen Bedürfnisse älterer Pflegebedürftiger ausgerichtet sind und alternative, altersgerechte Wohnangebote zu bezahlbaren Preisen.


Kersten Artus, pflegepolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft, erklärt dazu: "Die Studie, die der Pflegeheimbetreiber KerVita in Auftrag gegeben hat, ist einseitig und damit nicht aussagekräftig, was den Bedarf an Pflegeangeboten in Hamburg angeht. Hintergrund ist, dass auch in der Pflege der Wettbewerb tobt und die Pflegeheimanbieter auf reines Wachstum setzen - ohne sich mit den Bedürfnissen der Pflegebedürftigen und den AltenpflegerInnen zu befassen.

Die meisten alten Menschen wollen so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Dazu bedarf es in Hamburg auch ambulanter Pflegedienste, die auf das steigende Alter mit den altersspezifischen Erkrankungen vorbereitet sind. Hier fehlen insgesamt Pflegekräfte, weil zum einen die Finanzierung der Ausbildung in der Altenpflege nicht endgültig geklärt ist, und zum anderen dem Pflegeberuf die Attraktivität, z. B. Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die entsprechende Bezahlung, fehlt.

Neben diesen Defiziten fehlen Hamburg aber insbesondere alternative, altersgerechte Wohnangebote zu bezahlbaren Preisen. Neue Wohnformen, wie das Nebeneinander und Miteinander von Jung und Alt wären nicht nur eine Herausforderung für die Generationen, sie würden auch zu mehr gegenseitigem Verständnis führen. "Studien, die nur auf Wachstum ausgerichtet sind, nutzen den Interessen pflegebedürftiger Menschen daher wenig. Sie haben lediglich einen Marketingeffekt",
schließt Artus.