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23. November 2011 Bürgerschaftsfraktion

Haushalt Sport: Dabei sein ist alles – Breitensport statt Spitzen- und Eventsport

Heike Sudmann, sportpolitische Sprecherin

Zu der heutigen Haushaltsdebatte zum Sport erklärt Heike Sudmann, Abgeordnete der Linksfraktion:

„Sport treiben ist nicht nur gesund, sondern trägt auf vielfältige Weise zum Wohlbefinden und zu sozialen Kontakten bei.  In den letzten Jahren hat der Senat zu wenig funktionsgerechte Hallen, Plätze und Schwimmbäder bereitgestellt. Daher ist das 74 Mio. € Programm des Senats zur Sanierung der Schulturnhallen zu begrüßen. Was aber nicht durch die sanierte Hintertür kommen darf, ist eine Art Platzsteuer für die Vereine!

Der Breitensport ist für DIE LINKE der entscheidende Punkt in der Sportförderung. Hier kommt es auch darauf an, Benachteiligungen von Bevölkerungsgruppen und Stadtteilen durch besondere Förderungsmaßnahmen entgegenzuwirken. Kritisch zu sehen ist der nach wie vor erhobene ‚Konsolidierungsbeitrag’, der dem hamburgischen Sport alljährlich verloren geht. Diese Mittel braucht der Sport für eine vernünftige Verwaltung und Organisation des Sportwesens, vor allem des Breitensports.

Kritisch zu sehen ist auch die vom SPD-Senat weiterhin betriebene Orientierung auf den Leistungs- und Spitzensport. Vor allem durch eine Reihe von Eventsportveranstaltungen gehen dadurch dem Breitensport erhebliche Mittel verloren. DIE LINKE lehnt die vorgesehene Kürzung der Grundförderung für den Hamburger Sportbund und den Hamburger Fußballverband um 200.000 € ab. Aus dieser Kürzung de facto ein überflüssiges und dubioses Sportmarketing zu finanzieren, finden wir unverschämt.

Ab und zu müssen auch mal alte Zöpfe abgeschnitten werden – oder in diesem Fall alte Pferdeschwänze. Seit gut hundert Jahren wird die Totalisatorsteuer weitestgehend an die Pferderenn- und –wettvereine der Stadt abgeführt. Das Ganze soll laut Gesetz ‚zum Besten der Landespferdezucht’ geschehen. Doch weder betreiben diese Vereine Pferdezucht noch ist einsehbar, dass die Sportwetten-Veranstaltungen der Upperclass staatlich bezuschusst werden. Deshalb soll mit einer Bundesratsinitiative dieser Unsinn gestoppt werden.

Mit den dadurch jährlich frei werdenden knapp zwei Millionen Euro kann ganz wunderbar ein Bereich verstärkt werden, der in Hamburg skandalöse Ausmaße angenommen hat: Während in benachteiligten Quartieren wie Billstedt und Wilhelmsburg an einzelnen Schulen bis zu 90 % der Kinder das Schwimmen bis zum Ende der vierten Klasse nicht erlernt haben, erreichen GrundschülerInnen an Schulen in Volksdorf und Blankenese oftmals bis zu 100 % den ‚Freischwimmer’.

DIE LINKE schlägt deshalb vor, die betreffenden zwei Millionen Euro plus weitere 500.000 Euro aus dem Etat zur Sicherung von Leistungsprüfungen im Trabrennsport zugunsten des Schwimmunterrichts in benachteiligten Quartieren umzuwidmen.

Stimmen Sie unseren Anträgen zu und zeigen Sie, dass es mit dem oft bemühten Begriff der ‚Sportstadt’ vorrangig um die Förderung des Breitensports gehen soll. Dies wäre auch ein wichtiger Beitrag, die vor kurzem beschlossene Dekadenstrategie zu einem Erfolg für die Menschen dieser Stadt werden zu lassen.“