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20. März 2009 Bürgerschaftsfraktion

Hapag-Lloyd in der Verlustzone - neues Millionengrab für Hamburg?

Überraschen kann die Meldung, dass Hapag-Lloyd im laufenden Jahr mit Verlusten rechnen muss, nicht. Auch wenn das Unternehmen keine konkreten Zahlen bestätigen will: Die Rahmenbedingungen für Reedereien sind wegen der sich abzeichnenden Schrumpfung in der Globalökonomie und der in den letzten Jahren aufgebauten Überkapazitäten im Schiffstransport schlecht.

Dazu erklärt Dr. Joachim Bischoff, Finanzexperte der Fraktion DIE LINKE in der Bürgerschaft:

"Die Branche hat mehrere wirtschaftlich schwierige Jahre vor sich. Auch Hapag-Lloyd, die nach Kapazität die fünftgrößte Containerreederei der Welt ist, kann sich der schweren Weltwirtschaftskrise nicht entziehen. Die Unternehmensverluste sind allerdings auch ein weiteres Finanzrisiko für die Freie und Hansestadt Hamburg. Hamburg hält im Hamburger Konsortium mit knapp 500 Mio. Euro den größten Anteil. Es wird einige Zeit dauern, bis Hamburg sich von diesem Unternehmensengagement wieder trennen kann. Deshalb würde auch die Übernahme eines Teils der Verluste nicht überraschen."

Die Aktienmehrheit von Hapag-Lloyd war im vergangenen Herbst vom Alteigentümer TUI an ein Hamburger Konsortium verkauft worden, zu dem unter anderen die Stadt Hamburg, der Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne und die Privatbank M. M. Warburg zählen. Die Käufer hatten mit Hinweis auf die Wirtschaftskrise in den vergangenen Monaten mit TUI um bessere Verkaufskonditionen gerungen. Der Reisekonzern TUI will den Verkauf der Traditionsreederei Hapag-Lloyd nach Verzögerungen im März abschließen, bleibt aber infolge der Finanzmarktkrise wesentlich stärker beteiligt als zunächst geplant. Er behält an Hapag-Lloyd einen Anteil von 43,3 Prozent.