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21. September 2011 Bürgerschaftsfraktion

Hamburger Puppentheater bedroht: Haus der Jugend wird geschlossen - Bezirk will sparen, Senat hält es für überflüssig

Seit über 60 Jahren ist das Hamburger Puppentheater fester Bestandteil der Hamburger Kulturlandschaft. Seit 24 Jahren hat das Hamburger Puppentheater im Hamburger Stadtteil Barmbek seinen Platz gefunden. Als vitales Zentrum für Figurentheater und Puppenbau und als Institution für Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Haus der Jugend Flachsland, hat es stetig steigende Besucher- und Veranstaltungszahlen zu verbuchen. Nun soll Schluss damit sein, weil das Haus der Jugend vom Bezirk Hamburg Nord geschlossen werden soll. Über die Gründe dafür machen Bezirk und Senat widersprüchliche Angaben: Nach Aussagen des Bezirks erfolgt die Schließung aus finanziellen Gründen, der Senat hält hingegen das Hauses der Jugend für "am Standort nicht mehr erforderlich." Das geht aus der Antwort des Senats auf eine Schriftliche Kleine Anfrage des Bürgerschaftsabgeordneten Norbert Hackbusch hervor (Drs. 20/1468).

Die Sozialbehörde im Bezirksamt Hamburg-Nord hat dem Verein Arbeitsgemeinschaft für das Puppenspiel am 31.07.2011 die Spielstätte zum 31.12.2011 gekündigt. Am 18.12.2011 soll im Hamburger Puppentheater/Haus Flachsland der letzte Vorhang fallen. Als Begründung heißt es zum Grund für die Kündigung des Nutzungsvertrages von Seiten des Bezirks auf eine Anfrage der LINKEN Bezirksfraktion vom 30.06.2011 nur knapp: "Konsolidierungsbeitrag des Bezirksamtes Hamburg-Nord."

Widersprüchliches steht in der Anfrage von Norbert Hackbusch (Drs. 20/1468). Darin antwortet der Senat auf die Frage nach dem Grund der Schließung des Hauses der Jungend: "Die Schließung erfolgt nicht in erster Linie zu Konsolidierungszwecken." Der Grund ist laut Senatsantwort vielmehr, dass "eine Kinder- und Jugendeinrichtung von der Größe des derzeitigen Hauses der Jugend Flachsland ist im Hinblick auf die Nutzungs- und Bedarfssituation am Standort nicht mehr erforderlich" sei. Zu einer künftigen Nutzung des Hauses kann der Senat allerdings nichts sagen. Verkauft werden soll es, wie aus der kleinen Anfrage hervorgeht aber auch nicht: "Die Frage einer Veräußerung der Immobilie stellt sich gegenwärtig nicht."

Dazu erklärt Norbert Hackbusch, kulturpolitischer Sprecher der Bürgerschaftsfraktion und Kulturausschussvorsitzender: "Der Senat kann keinen plausiblen Grund angeben, warum, eine so erfolgreiche und wertvolle Institution, wie das Hamburger Puppentheater seine angestammte Spielstätte ohne Not so kurzfristig räumen muss, ohne dass es eine adäquate Ersatzspielstätte bekommt. Das Puppentheater kann unter den gegeben Umständen keine Planungen für kommende Spielzeiten vornehmen. Der Verein Arbeitsgemeinschaft für das Puppenspiel und die vielen ehrenamtlichen HelferInnen hängen in der Luft. Warum, kann das Haus der Jugend nicht weiterhin für kulturelle Zwecke genutzt werden? Die Kulturbehörde hat die Pflicht das Puppentheater zu erhalten und so schnell wie möglich eine Lösung zu finden, damit der Verein seine Arbeit für das Jahr 2012 planen kann."

Sollte sich tatsächlich eine Ersatzspielstätte für das Puppentheater finden, werden voraussichtlich die Mietkosten ins Gewicht fallen. Sollte damit eine Mietsteigerung anfallen, käme es darauf an, ob die aktuelle Finanzierung aus Mitteln der Kulturbehörde und der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration entsprechend angehoben werden würde.