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30. August 2016 Bürgerschaftsfraktion

„Gut gerüstet“? Schulen brauchen viel bessere Ausstattung!

Sabine Boeddinghaus, schulpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft.

„Gut gerüstet“ starten Hamburgs Schulen ins neue Schuljahr – das hat Senator Ties Rabe heute erklärt. „Ich bin verblüfft, mit welcher Ignoranz Herr Rabe auch in diesem Jahr versucht, bestehende Probleme schönzurechnen“, erklärt dazu Sabine Boeddinghaus, schulpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Es darf nicht um neue Höchstmarken gehen, sondern darum, unsere Schulen so auszustatten, dass sie die zusätzlichen Aufgaben im kommenden Schuljahr meistern können. Und die heißen gelungene Inklusion, ein Guter Ganztag und guter Unterricht auch für die geflüchteten Kinder und Jugendlichen. Davon kann allerdings in der Realität keine Rede sein.“

So stehen 15.000 neuen Schüler_innen an den allgemeinen Schulen gerade einmal 473 zusätzlich geschaffene Stellen gegenüber – inklusive der Sozialpädagog_innen bzw. Erzieher_innen. Zudem ist noch nicht einmal sicher, dass diese Kräfte zum 1. September zur Verfügung stehen: Die Schulen haben bisher lediglich Zusagen für die Anstellungen, zum Teil aber noch nicht das Personal dazu.

Auch die Bewertung der Ganztagsanmeldungen durch den Senator kann Boeddinghaus nicht nachvollziehen: „Die gestiegene Nachfrage an Ganztagsplätzen allen Ernstes als Zeichen der hohen Zufriedenheit mit der Versorgung verkaufen zu wollen, ist wirklich naiv. Hier zeigt sich nur, wie dringend Familien wegen ihrer Berufstätigkeit auf diese Plätze angewiesen sind. Herr Rabe tät gut daran, etwas Demut zu zeigen und anzuerkennen wie wichtig es ist, dass die Volksinitiative ,Guter Ganztag für Hamburgs Kinder‘ Verbesserungen ausverhandeln konnte.“ Doch auch diese Verbesserungen will der Senat frühestens im Sommer 2017 umsetzen. „Das ist inakzeptabel, wir fordern zumindest eine teilweise Umsetzung ab diesem Schuljahr.“

Wie die Flüchtlingsbeschulung brauche zudem auch die schulische Inklusion eine weit bessere Ausstattung, so die Schulexpertin. „Gegenwärtig funktioniert sie in vielen Bereichen nicht oder nur unzureichend. Wir unterstützen weiterhin die Forderung der GEW nach 350 weiteren Lehrer_innenstellen, damit die Klassen alle mit einer Doppelbesetzung arbeiten können.“