Zurück zur Startseite

Kontakt zur Pressestelle

DIE LINKE,
Landesverband Hamburg
Pressestelle,
Martin Wittmaack
Wendenstr. 6 • 20097 Hamburg
presse@die-linke-hamburg.de
+49 -(0)176 - 600 22 592

 
10. November 2011 Bürgerschaftsfraktion

Gigaliner: Verkehrsrisiko ohne ökologischen Nutzen

EuroCombi LKW 2008 auf der IAA -Erlaubnisfrei

Das Bundeskabinett hat gestern nach Berichten von NDR 90,3 den bundesweiten Feldversuch für so genannte Lang-Lkw oder Gigaliner ab dem 1. Januar 2012 genehmigt. Riesen-Lkw (Gigaliner) mit einer Länge von bis zu 25 Metern und einem Gesamtgewicht bis zu 44 Tonnen sollen über Autobahnen, Bundes- und Stadtstraßen fahren. Herkömmliche Lkw dürfen bei einem identischen Gewicht maximal 18,75 Meter lang sein. Bis zu 400 Giga-Liner sollen zugelassen werden, sie dürfen auch in Hamburg fahren. Die Fraktion DIE LINKE kritisiert den Versuch mit Gigalinern, weil ihr Einsatz mit erheblichen Verkehrsrisiken verbunden und ein positiver ökologischer Effekt nicht zu erwarten ist.

Im September hat die SPD einen Bürgerschaftsantrag der Linksfraktion, der einen Ausstieg Hamburgs aus diesem Feldversuch forderte, verwässert. Insbesondere hat DIE LINKE darauf hingewiesen, dass die Planungen des Bundesverkehrsministeriums nicht nur die Autobahnen direkt am Hafen freigeben wollen, sondern auch die in die Stadt führenden Autobahnen. Durch den Änderungsantrag der SPD wurde nicht verhindert, dass die Riesen-Lkw auch durch das Stadtgebiet fahren dürfen.

Dazu erklärt Heike Sudmann, verkehrspolitische Sprecherin der Bürgerschaftsfraktion DIE LINKE: "Senat und SPD betreiben Augenwischerei, wenn sie behaupten, dass die Riesen-Lkw nur im Hafengebiet fahren würden. Die A 24 z.B. soll bis zum Horner Kreisel freigegeben werden. Es ist weder anzunehmen noch zulässig, dass ein Riesen-Lkw dann einfach am Horner Kreisel stehen bleibt.
Diese Riesengeschosse sind besonders im Stadtverkehr gefährlich für andere VerkehrsteilnehmerInnen. Ihre Länge und Unbeweglichkeit lassen sich bei Überhol- oder Manövriervorgängen sowohl von den Lkw-FahrerInnen als auch von anderen VerkehrsteilnehmerInnen schlecht einschätzen und handhaben.

Ein positiver ökologischer Effekt ist nicht zu erwarten: Ein Giga-Liner kann zwar mehr Güter als ein üblicher Lkw transportieren, doch nach Einschätzung des Umweltbundesamtes wird die Auslastung selten hoch genug sein. Vernünftiger und ökologischer Güterverkehr setzt auf die Schiene und nicht auf die Straße.
"

Anlage: Antrag "Auf die Bremse treten und aus dem Feldversuch für Lang-Lkws aussteigen!" (Drs. 20/1402)

In Verbindung stehende Artikel: Giga-Liner verhindern - Keine Teststrecke auf Hamburgs Straßen -  9. September 2011