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18. August 2011 Bürgerschaftsfraktion

Gesamtkonzept Stiftung Historische Museen Hamburg

Foto: I. Bahnmoeller

Die Museumspolitik des SPD-Senats muss auf den Prüfstand

Heute legte die Kulturbehörde das lang erwartete Gesamtkonzept für die Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH) von Prof. Dr. Kirsten Baumann vor. Die Linksfraktion sieht sich durch die Ergebnisse des Papiers in ihrer Einschätzung bestätigt, dass die Museen nicht auskömmlich finanziert sind, und dass im Museumsbereich dringender Handlungsbedarf besteht. Die Museumspolitik des SPD-Senats steht dazu allerdings im Widerspruch.

Eine zentrale Aussage des Konzeptes ist, dass nur durch eine signifikante Erhöhung der Zuwendungen Leistungseinschränkungen bei den Museen verhindert und eine Modernisierung der Häuser ermöglicht werden kann. Sollten die Zuwendungen auf dem jetzigen Stand bleiben wird unter verschiedenen Modeloptionen auch das Szenario durchgespielt, dass ein Erhalt der musealen Kernaufgaben in den Museen nur bei einer Reduktion der Standorte vorstellbar ist.

Dazu erklärt Norbert Hackbusch, kulturpolitischer Sprecher der Linksfraktion und Kulturausschussvorsitzender: „Es ist eine eindeutige und alarmierende Aussage, dass bei gleich bleibenden Zuwendungen künftig entweder die Leistungen der Museen eingeschränkt oder die Anzahl der Standorte reduziert werden müsste. Dazu muss klar gesagt werden, dass eine Schließung von Häusern nicht in Frage kommt. Das Konzept von Frau Prof. Dr. Baumann ist eine sachlich fundierte Begründung dafür, warum die Museen nicht auskömmlich finanziert sind. Für die aktuelle finanzielle Ausstattung der Museen ist dies eine Ohrfeige. In entscheidenden Punkten steht das Konzept im Widerspruch zu den aktuellen Aussagen des SPD-Senats, der in der Antwort auf die Große Anfrage der Linksfraktion behauptet, dass die Museen auskömmlich finanziert seien.“

Aus den Antworten des Senats auf eine Großen Anfrage der LINKEN (Drs. 20/931) geht hervor, dass die SPD ihre Wahlversprechen in Bezug auf eine „auskömmliche“ Finanzierung der Museen anscheinend vergessen hat. Analog zum schwarz-grünen Senat macht der SPD-Senat darin deutlich, dass es aus seiner Sicht keine Unterfinanzierung gäbe, und dass Sonderausstellungen „nicht Bestandteil des (...) Grundbetriebs der Museen“ seien und somit auch nicht von der Behörde finanziert werden müssten. Deutlich wird mit der Anfrage auch, dass die Stadt noch keine Lösung für den zentralen Kulturspeicher hat und die Entwicklung des Hafenmuseums nach wie vor brach liegt.

Demgegenüber stellt das Konzept von Frau Baumann u.a. klar, dass nach „Jahrzehnten nicht ausreichender Finanzierung“, „innerer und äußerer Vernachlässigung“, bei „Personalmangel“ sowie Reform- und Investitionsstau, dringend Handlungsbedarf besteht. Außerdem spricht sich mit dem Papier der Vorstand der SHMH dagegen aus, die Stiftung zurück in vier Einzelstiftung zu überführen.

„Das Papier zeigt, dass eine grundlegende Stärkung der Museen nicht weiter hinausgezögert werden darf, sondern dringend gehandelt werden muss. Das gilt insbesondere für die Bereiche Zentraldepot und Hafenmuseum. Wie groß der Duck auf die Museen ist zeigt sich auch daran, dass das Konzept sich zwar um Vorschläge zu Unternehmenskonzepten bemüht, dafür aber die inhaltliche Vision viel zu schwach ausgeprägt ist. In der Frage nach der Aufteilung der Stiftung sehen wir, wie Frau Prof. Dr. Baumann, keine Perspektive“, so Norbert Hackbusch abschließend.