Zurück zur Startseite

Kontakt zur Pressestelle

DIE LINKE,
Landesverband Hamburg
Pressestelle,
Martin Wittmaack
Wendenstr. 6 • 20097 Hamburg
presse@die-linke-hamburg.de
+49 -(0)176 - 600 22 592

 
13. Oktober 2009 Bürgerschaftsfraktion

Geplante Fahrpreisanhebung des HVV ohne Rechtfertigung

Nach einer massiven Preiserhöhung um durchschnittlich 3,3% zu Jahresbeginn plant der HVV die Fahrpreise zum Jahreswechsel 2010 erneut um 1,8% anzuheben. Dem hat der Senat jetzt zugestimmt. Dabei sollen auch Senioren, Auszubildende, Studierende und Schüler mit um 1,4% bis 2,1% höheren Fahrtkosten zur Kasse gebeten werden.

Durch die geplante Preisanhebung will der HVV Kostendeckung erreichen und die Qualität der Verkehrsbedienung verbessern. Das Ausmaß der Preiserhöhung wird mit einem vom HVV entwickelten Tarifindex begründet, dessen Grundlage die allgemeine Entwicklung der Verbraucherpreise – korrigiert um die Einflussfaktoren Diesel-, Strom-, und Lohnkosten der Verkehrsunternehmen – ist.

Dazu erklärt der haushaltspolitische Sprecher der Bürgerschaftsfraktion DIE LINKE, Dr. Joachim Bischoff:

Die Argumente für den erneuten Preisschub bei HVV-Tickets überzeugen in keiner Weise. Erstens gibt der Tarifindex, mit dem der HVV seine Preiserhöhung begründet, nicht die tatsächliche Entwicklung der Kosten wieder. So ist die Teuerungsrate gemäß dem für europäische Zwecke berechneten harmonisierten Verbraucherindex (HVPI) für Deutschland um 0,1% im Vergleich zum Vorjahr gesunken.

Zweitens ist mit vielen der geplanten Maßnahmen wie dynamische Fahrgastinfos, Touchscreenautomaten oder der Fortsetzung des Baus der Luxus U-Bahn U 4 keine Verbesserung in der Angebotsqualität verbunden.

Drittens investiert die Hamburger Hochbahn viel Geld in Bereiche, die nichts mit der Aufgabe für einen bezahlbaren und qualitativ hochwertigen öffentlichen Nahverkehr in Hamburg zu tun haben. So beteiligt sie sich über ihre Tochter Bennex fleißig am Kauf von Bahnstrecken in ganz Europa, um dort (vor allem mittels Lohndrückerei) viel Geld zu verdienen.

Viertens ist es auch sozialpolitisch nicht zu vertreten, und hier kommt der Hamburger Senat ins Spiel, in einer Zeit, in der die Lohneinkommen sinken und immer mehr BürgerInnen auf öffentliche Sozialleistungen angewiesen sind, durch massive Preiserhöhungen dazu beizutragen, dass Menschen in ihrer Mobilität (weiter) eingeschränkt bzw. einen immer größeren Teil ihres Einkommens für Mobilitätskosten aufbringen müssen.