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25. Oktober 2012 Bürgerschaftsfraktion

Gentrifizierung – ein Problem der gesamten Stadt

Die Gentrifizierung in Hamburg betrifft zwar vor allem die inneren Stadtteile, doch die daraus resultierende Verdrängung wirkt sich zunehmend auf die weniger zentral gelegenen Quartiere aus. Dies ergibt sich aus den Antworten des Senats auf die große Anfrage „Phänomene und Auswirkungen der Gentrifizierung und Segregation“ (Drs. 20/4998). „Der Senat muss Aufwertungs- und Verwertungsinteressen von SpekulantInnen in der inneren Stadt erheblich stärker entgegensteuern und die Interessen der dort teils seit Langem lebenden Menschen und den vorhandenen Mix schützen“ , folgert Heike Sudmann, stadtentwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE.

Die Senatsantwort macht deutlich, dass das Wohnungsbauprogramm und die geplanten Sozialen Erhaltungssatzungen nicht ausreichen, um die Vertreibung von Geringverdienenden durch hohe Wohnungsmieten zu verhindern. So ist der Anteil von Wohnungen, deren Miete unter sechs Euro pro Quadratmeter nettokalt liegt, in nur zwei Jahren von 2009 bis 2011 um fast 60.000 gesunken. Dadurch bekommen zunehmend auch Menschen mit mittlerem Einkommen massive Finanzierungsschwierigkeiten. „Wir brauchen nachhaltigen Sozialwohnungsbau im 1. Förderweg in den teureren Quartieren (was quasi nicht passiert), wir brauchen flächendeckende und schneller einzuführende Erhaltungsverordnungen in der gesamten inneren Stadt (was nicht vorgesehen ist), wir brauchen Mietpreisdeckelungen für BewohnerInnen und auch Kleingewerbetreibende und einiges mehr“, erklärt Sudmann.

Die Senatsantworten lassen vor allem auch deutliche Mängel im Wissen über die Phänomene von Gentrifizierung und Segregation erkennen, so Sudmann: „In welchem Verhältnis in den Stadtteilen neue Sozial-, Miet- und Eigentumswohnungen entstehen, kann der Senat nicht sagen, über die Wanderungen (Verdrängung) von einem zum anderen Stadtteil weiß er nichts.

Die Große Anfrage „Phänomene und Auswirkungen der Gentrifizierung und Segregation“ (Drs. 20/4998) finden Sie im Anhang an diese Mitteilung.