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7. Mai 2010 Bürgerschaftsfraktion

Geld für Pferdesport trotz Sozialkürzungen

Und schon wieder muss Hamburgs "Kaffee-König" Albert Darboven eingreifen, um mit einer kräftigen Finanzspritze das Galopp-Derby in Hamburg-Horn zu retten. Für das am 18. Juli 2010 stattfindende 141. Deutsche Derby will er sich zum zweiten - und letzten - Mal mit einer Summe von geschätzten 250.000 Euro "engagieren". Das Derby ist schon seit langem ein Euro-Grab, auch Hamburg schießt seit 2007 alljährlich 400.000 Euro zu, um diesen Event für die feine Gesellschaft zu sichern. Hier zeigt sich, wie es mit dem "Pferdesportzentrum mit hohem Rang" wirklich aussieht. Diese Formulierung taucht in einer Drucksache des Hamburger Senats vom 4. Mai 2010 auf, in dem die erneute Zuwendung von 400.000 Euro für das Deutsche Derby (Galopprennsport) und weiteren 200.000 Euro für die German Open Hamburg (Tennis) verkündet wird (Drucksache 19/6087). Es handelt sich wohlgemerkt um das Geld Hamburger SteuerzahlerInnen, das der Senat dafür verschleudert, den maroden Pferdesport am Leben zu erhalten und gleichzeitig die hohen Dotierungen des Wettgeschäfts zu erhalten.

Pikant wird dieses Förderpraxis auch dadurch, dass der Senat unverändert an seiner Planung festhält, den Trab- und Galoppsport auf einer neuen Kombibahn in Horn zusammenzufassen. Für den Neubau der Anlage - die ursprünglich bis 2012 realisiert werden sollte, neuerdings aber nicht mehr vor 2013 fertig gestellt werden kann, weil sich angesichts der langjährigen Krise dieses Bereichs kein privater Investor findet - sollen Hamburgs SteuerzahlerInnen nochmals mit bisher schon 1,4 Mio. Euro Kassenmittel sowie weiteren 30 Mio. Euro belastet werden.

Der sport- und stadtentwicklungspolitische Sprecher der Bürgerschaftsfraktion DIE LINKE, Dr. Joachim Bischoff, erklärt dazu:

"Seit Jahren hält der Hamburger Senat den so genannten Pferdesport mit finanziellen Zuwendungen in erheblicher Größenordnung aufrecht, um die Vergnügungs- und Wettleidenschaft vorrangig der Oberschicht zu befriedigen. Ohne diese Zuwendungen wäre der Pferdesport schon längst an der Kehre eines Geläufs beerdigt worden. Vor diesem Hintergrund, der anhaltenden wirtschaftlichen Krisensituation und massiven Streichungen im Sozial- und Kulturbereich erscheint es mir aberwitzig und starrköpfig an der Kombibahn festzuhalten. Ich fordere den Senat auf, endlich zur Vernunft zu kommen und das Geld für sinnvollere Projekte auszugeben."