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4. Mai 2010 Bürgerschaftsfraktion

Geburtshilfe ohne freiberufliche Hebammen? LINKE kritisiert drohende Unterversorgung

Drastisch steigende Haftpflichtprämien bei gleich bleibend schlechter Bezahlung vertreiben immer mehr freiberuflichen Hebammen aus dem Kernbereich ihres Berufes: der Geburtshilfe. Die Jahresprämien der Haftpflichtversicherungen für freiberufliche Hebammen in der Geburtshilfe sind von 179 Euro im Jahre 1992 auf heute 2370 Euro gestiegen. Zum 1.7.2010 sollen die Prämien auf 3.689 Euro angehoben werden.

Dem steht ein durchschnittlicher Stundenlohn von nur 7,50 Euro gegenüber, und das bei unregelmäßigen Arbeitszeiten sowie überdurchschnittlich viel Nacht- und Wochenendarbeit. Schon jetzt arbeiten nur noch 25% der Hebammen in der Geburtshilfe. Es ist zu befürchten, dass es sich viele Hebammen nach der Prämienanhebung im Juli nicht mehr leisten können, Frauen bei Geburten zu begleiten. Der deutsche Hebammenverband befürchtet einen Zusammenbruch der flächendeckenden Versorgung.

Kersten Artus, frauen- und gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft: "Schon jetzt ist die Unterversorgung von Kind und Mutter vor und nach der Geburt akut, vor allem in sozial benachteiligten Stadtteilen - sie droht nun noch schlimmer zu werden. Die verantwortungsvollen Leistungen von Hebammen müssen endlich durch eine angemessene Bezahlung entlohnt werden. Die derzeitige Haftpflicht-Regelung ist absurd und bürdet einer schlecht bezahlten Berufsgruppe die gesamte finanzielle Last auf. Hier müssen auf Bundesebene andere Lösungen, wie z.B. ein Fond-Modell gefunden werden. Die freie Wahl des Geburtsortes und der Begleitung muss erhalten bleiben."