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19. Dezember 2011 Bürgerschaftsfraktion

Ganztägige Bildung und Betreuung an Schulen: Kritik ist mehr als berechtigt

DIE LINKE kritisiert die Defizite bei der Einführung der GBS

Der SPD-Senat will das Konzept "Ganztägige Bildung und Betreuung an Schulen" (GBS) bis spätestens 2014 umgesetzt haben. Das stößt auf massive Kritik bei Eltern- und Wohlfahrtsverbänden. Auch die Scheuerl-Initiative "kritisiert" den Vorgang, obwohl ihre Ziele mehr als fragwürdig sind. DIE LINKE hat noch vor der Einführung der GBS die nun eingetretenen Defizite kritisiert und eine Große Anfrage (Drs. 20/2501) zum GBS-System eingereicht.

"Die überstürzte Einführung des GBS-Konzeptes ist fatal", so Mehmet Yildiz, kinder-, jugend- und familienpolitischer Sprecher der Linksfraktion. "Die Kritik des Landeselternausschusses und des SOAL sind mehr als berechtigt. Neben der ungeklärten Raumfrage und den unzumutbaren Abholzeiten setzt der Senat offenkundig auf eine Betreuung, die an Massentierhaltung erinnert."

Hintergrund für diese Kritik ist u.a. der Betreuungsschlüssel von 1 zu 23 für GBS-Kinder. "Dies hat mit frühkindlicher Bildung rein gar nichts mehr zu tun. Zum Vergleich: Die vorherrschenden Rahmenbedingungen im GBS-Konzept würden bei einer Kita dazu führen, dass ihr die Betriebserlaubnis wegen Kindeswohlgefährdung entzogen würde. Man hätte mit einer Evaluierung bezüglich der Pilotschulen die nun eingetretenen Probleme frühzeitig erkennen und reagieren können. Dem hat sich die SPD leider verschlossen", so Yildiz.

Weitere Fragen bleiben im Verhältnis von GBS und Sozialraum offen. Eine effektive Einbindung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, der Sportvereine und Musikschulen ist auch hier nicht erkennbar. Zudem ist die Situation vieler Beschäftigten prekär und bedarf deutlicher Verbesserungen.

"Grundsätzlich hätten wir uns gewünscht, dass der Hortausbau innerhalb des Kita-Gutscheinsystems erfolgt wäre und parallel echte Ganztagsschulen mit rhytmisiertem Unterricht realisiert würden, um neben der Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch die Bedürfnisse der Kinder besser zu berücksichtigen. Wenn selbst die Scheuerl-Initiative auf den Zug aufspringt, dann sollte sich der SPD-Senat fragen, in welche Richtung er mit dem Konzept geht. Sowohl planungstechnisch als auch finanziell steht das gesamte System auf wackeligen Beinen. Der Senat sollte das GBS-Konzept entschleunigen, um es vernünftig zu planen und auszufinanzieren", schließt Yildiz.