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3. April 2008 DIE LINKE.SDS

GAL verhindert Aussetzung der Zwangsexmatrikulationen – Druck auf Koalitionäre erhöhen!

Trotz alarmierender sozialer Ungerechtigkeit im Bildungssystem, welche in den letzten Jahren in vielen Studien belegt wurde, verwies die CDU/GAL Mehrheit in der Bürgerschaft alle Anträge für ein gebührenfreies Studium sowohl der LINKEN als auch der SPD auf die lange Bank der Ausschüsse!

Dazu erklärt die Hochschulgruppe DIE LINKE.SDS Universität Hamburg:

Am gestrigen Mittwoch hat sich die GAL deutlich von ihren angekündigten Zielen in der Hochschulpolitik entfernt. Die GAL konnte sich nicht einmal zur Annahme eines Antrages der LINKEN durchringen, der forderte die laufenden Exmatrikulationen gegen Studierende, welche bisher die Studiengebühren nicht aufbringen konnten, solange auszusetzen, bis die Bürgerschaft endgültig über die Abschaffung von Studiengebühren entschieden hat.

Am morgigen Freitag finden um 12:00 Uhr die Koalitionsverhandlungen zum Thema Hochschulpolitik zwischen CDU und GAL statt. Um nun den Druck auf die GAL zu erhöhen, doch noch die Abschaffung der Studiengebühren durchzusetzen, hat DIE LINKE.SDS eine Protestaktion vor dem Elysee Hotel geplant.

Laut Zeitung „Die Welt“ sollen sich die Grünen auf nachgelagerte Studiengebühren einlassen. Nachgelagerte Gebühren mögen auf den ersten Blick weniger hart wirken, jedoch verlagern sie die Finanzierungsprobleme der Studierenden nur nach hinten und greifen in die Ausbildungs- und Berufsfreiheit ein, da die Studierenden gezwungen sind, bei der Wahl ihres Faches die ökonomische Verwertbarkeit des anschließenden Berufs als Entscheidungskriterium heranzuziehen. Eine breite und fortschrittliche Hochschulbildung ist so nicht zu machen. Auch mit einem solchen Modell verkommt Bildung weiterhin zur Ware. Statt als Ware sehen wir Bildung als gesamtgesellschaftliche öffentliche Aufgabe.

DIE LINKE.SDS an der Universität Hamburg unterstützt die Forderungen der  Fraktion der LINKEN nach sofortiger und rückwirkender Abschaffung der Studiengebühr, zumal diese mit unseren eigenen Forderungen deutlich übereinstimmen. Bildung ist und bleibt sowohl auf der individuellen Ebene als auch gesamtgesellschaftlich die wichtigste Grundlage unserer Wohlstandsentwicklung. Deshalb ist es menschlich und ökonomisch unverantwortlich, einen immer größer werdenden Teil der Bevölkerung von höherer Bildung auszuschließen. Zumal diese Selektion verstärkt eine soziale Selektion darstellt, bei der gerade Kinder aus eher bildungsfernen Familien deutlich in ihren Entwicklungschancen beschnitten werden.

Daher fordern wir, gemeinsam mit sozialen Bewegungen und Gewerkschaften, ein gebührenfreies und auf soziale Gerechtigkeit orientiertes Bildungssystem.

Mit freundlichen Grüßen
Michael Grüttner