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26. März 2014 Bürgerschaftsfraktion

G8/G9: Kein Zurück zur ständischen Gesellschaft!

Die Abschaffung des Abiturs nach 13 Jahren (G9) in Hamburg war ein riesiger Fehler, vor dem DIE LINKE immer gewarnt hat. „Aber bei allem Verständnis für die Sorgen der Schülerinnen und Schüler, der Lehrerinnen und Lehrer und der Eltern, die unter dem verkürzten Abitur, dem G8, leiden: Jetzt an den Gymnasien zusätzlich zum G8 ein G9 einzuführen wäre ein mindestens genauso großer Fehler“, sagte in der Aktuellen Stunde der heutigen Plenarsitzung Dora Heyenn, schulpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Denn damit gäbe es in Hamburg dann drei Klassen von Abitur. Man kann durchaus sagen: Die Initiative, die jetzt das zusätzliche G9 fordert, will zur ständischen Gesellschaft zurückkehren.“ Die Auseinandersetzung um die Schulstruktur in Hamburg sei wieder entfacht worden – und zwar gerade von den Kräften, die immer behauptet hatten, es gebe einen so genannten Schulfrieden.

Mit der Einführung des Zwei-Säulen-Systems und der Abschaffung der bewährten Gesamtschulen war bereits ein faktisches Zwei-Klassen-System mit einem Abitur erster Klasse und einem Abitur zweiter Klasse geschaffen worden. „Das belegen die Zahlen der Anmeldungen nach der 4. Klasse ebenso wie die Abschulungszahlen“, so Dora Heyenn. „Stadtteilschule und Gymnasium haben sich nicht wie behauptet angenähert, sondern die soziale Spaltung in der Stadt wird durch das Zwei-Säulen-System immer größer.“ Eine Einführung von G9 an Hamburger Gymnasien werde faktische eine dritte Schulform schaffen und die Stadtteilschulen weiter schwächen, prophezeite die Schulexpertin und forderte: „Wenn G9 an Hamburger Gymnasien zurückkehren soll, dann flächendeckend. Und dann müssen die zwei Säulen des Schulsystems auch endlich gleichberechtigt ausgestattet werden. Und das heißt: Inklusion muss am Gymnasium im gleichen Umfang wie an den Stadtteilschulen stattfinden und Abschulungen zur Stadtteilschule darf es nicht mehr geben!“