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27. Mai 2011 Bürgerschaftsfraktion

Freischwimmer nur für Kinder in reichen Stadtteilen, arme Viertel saufen ab

Nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) können 43 % der ViertklässlerInnen nicht schwimmen. Dabei zeigt sich soziale Spaltung Hamburgs besonders dramatisch: Während in Volksdorf und Blankenese bis zu 100 % der SchülerInnen bis zum Ende der vierten Klasse den "Freischwimmer" erwürben, könnten sich dagegen in abgehängten Stadtteilen "häufig nur weniger als fünf Prozent der etwa Zehnjährigen über Wasser halten", so die Bilanz des DLRG-Präsidenten Heiko Mählmann.

Auch wenn die Schulbehörde Schwimmfähigkeit anders interpretiert und damit von erheblich höheren Zahlen ausgeht, sind die Verhältnisse nach Auffassung der Fraktion DIE LINKE ein schreiender sozialer Skandal und eine sport- und schulpolitische Offenbarung. Schwimmunterricht muss laut Lehrplan in der dritten oder vierten sowie in der sechsten Klasse verpflichtend angeboten werden.

1932 erklärte der bekannte Sportautor Heinrich Hasperg, dass Hamburg, in der ganzen Welt voransteht', könne sich doch keine andere Stadt rühmen, 'Jahr für Jahr mehr als je 10.000 Schwimmer und Schwimmerinnen ausgebildet zu haben'. Davon ist die Stadt heute weit entfernt. Die Hiobsbotschaften von 2009 haben zwar dafür gesorgt, dass Hamburgs Lehrschwimmbecken gerettet werden konnten, doch eines von achten ist nach wie vor nicht in Betrieb.

"Es hätte erheblich mehr getan werden müssen, um die dramatische Situation vor allem für die einkommensschwachen Familien, die sich keine privaten Schwimmkurse erlauben können, nachhaltig zu verbessern", erklärt der sportpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft, Dr. Joachim Bischoff.

"Doch die miese Lage hat sich in den vergangenen zwei Jahren nicht verbessert: Dass nur etwas mehr als die Hälfte der SchülerInnen Schwimmen können und in Vierteln mit hoher Einkommensarmut sogar nur ein Bruchteil davon, ist ein schreiender sozialer Skandal und eine sport- und schulpolitische Offenbarung! Wer das Schwimmen aus dem schulischen Unterricht outsourct, oft nicht einmal die vorgeschriebene Stundenzahl einhält, wer Bäder schließt und die Eintrittspreise hochtreibt, muss sich über die glatte Sechs für die Sportstadt Hamburg im Fach Schwimmen nicht wundern."