Zurück zur Startseite

Kontakt zur Pressestelle

DIE LINKE,
Landesverband Hamburg
Pressestelle,
Martin Wittmaack
Wendenstr. 6 • 20097 Hamburg
presse@die-linke-hamburg.de
+49 -(0)176 - 600 22 592

 
4. August 2010 Bürgerschaftsfraktion

Fehlende Notschlafstellen

In der Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage des wohnungs- und stadtentwicklungspolitischen Sprechers der Bürgerschaftsfraktion DIE LINKE, Dr. Joachim Bischoff, wird jetzt bestätigt, dass es zeitweilig zu Überbelegungen der Übernachtungsstätten für Obdachlose gekommen ist (Bürgerschafts-Drucksache 19/6843 vom 3.8.2010). Während für das „Pik As“ in der Neustädter Straße mit seiner Sollstärke von 190 Plätzen zumindest punktuelle Überlastungen im Winter und im Mai 2010 eingestanden werden, hält die Überbelegung in der Frauenübernachtungsstätte „Frauenzimmer“ in der Hinrichsenstraße mit lediglich 20 Plätzen „seit Mitte März 2010“ an.

Joachim Bischoff erklärt dazu:„Obwohl das Problem mangelnder Übernachtungsmöglichkeiten vor allem für wohnungslose Frauen schon länger anhält, bewegt sich in dieser Stadt wenig. Wenn nun schon im Sommer Übernachtungsengpässe bei den quasi-städtischen Einrichtungen von ‚fördern & wohnen’ auftauchen, wie soll das bei mangelnder Ausweitung der Kapazitäten erst für das Winternotprogramm aussehen? Tatsächlich ist es dringend vonnöten, die Zahl der Notschlafstellen (vor allem für Frauen) kurzfristig zu erweitern, und ebenso wichtig wäre auch, das ‚in Planung’ befindliche Wohncontainer-Projekt des Vereins ‚Kemenate Frauen Wohnen e.V.’ beschleunigt voranzubringen.

Die Antwort auf die Kleine Anfrage beinhaltet auch Angaben zu den Mehrbettzimmern in den betreffenden Einrichtungen. So befinden sich im „Pik As“ 26 Einzel-, 10 Doppel- und immer noch 28 Vierbettzimmer nebst 4 Notaufnahmezimmern mit jeweils acht Betten. In der Hinrichsenstraße dagegen sind für Frauen überhaupt keine Einzelzimmer vorgesehen. Hier stehen nur jeweils 4 Doppel- bzw. Dreibettzimmer zur Verfügung (was in der Summe mit der Angabe von 20 Soll-Plätzen kollidiert), wobei ein Doppelzimmer zusätzlich mit Stockbetten und/oder Matratzen ausgestattet werden kann, um
Überbelegungen aufzufangen.

Dazu noch einmal Joachim Bischoff: „Wahrscheinlich ist der Mangel anÜbernachtungsplätzen – aktuell vor allem für Frauen – noch größer, als die offiziellen Zahlen der Überbelegung hergeben. Denn die Stadt hat bisher kaum Konsequenzen aus ihrer eigenen Obdachlosenstudie von 2002 gezogen, in der schon damals festgestellt wurde, dass es zu wenig Einzelzimmer gibt. ‚Viele Obdachlose geben an’, so ein zentraler Satz aus der 2009 veröffentlichten Nachfolge-Untersuchung zur Lage in Hamburg, ‚lieber auf der Straße zu wohnen, als in einem Mehrbettzimmer zu übernachten.’ Hier muss endlich Abhilfe geschaffen werden. Wir brauchen mehr Übernachtungskapazitäten, vor allem in Form von Einzelzimmern.

Der Mangel bei den Notschlafstellen unterstreicht eindringlich, dass Hamburg in allen Bereichen der Wohnungsversorgung  vor ernsthaften Herausforderungen steht.