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27. April 2012 Bürgerschaftsfraktion

Erneuter Suizid wirft Frage nach strukturellen Problemen der U-Haft auf

Erneut hat ein Untersuchungsgefangener keinen anderen Ausweg aus der Krise gesehen, in die ihn die ihm vorgeworfene Straftat und der Schock der Haft versetzt haben, als die Selbsttötung.

Dazu erklärt die justizpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Christiane Schneider: "Die genauen Umstände des jüngsten Suizids in U-Haft gilt es gründlich aufzuklären. Darüber hinaus wirft die schockierende Häufung von Suiziden in Untersuchungshaft jedoch Fragen auf. Die Frage, welche Konsequenzen im Laufe des letzten Jahres für die Suizidprävention in der UHA Holstenglacis und in den anderen Hamburger Justizvollzugsanstalten gezogen wurden. Die Frage nach strukturellen Problemen der Untersuchungshaft: Die sozialen Kontakte brechen weg, der Gefangene erlebt des Schock des Eingesperrtseins, er ist fast vollständig auf sich zurückgeworfen, 23 Stunden in die Zelle gesperrt, faktisch ohne Arbeits- und Freizeitmöglichkeiten. Deshalb müssen auch mögliche und gebotene Veränderungen der U-Haft sorgfältig geprüft werden."

Die Fraktion DIE LINKE wird diesen Fragen mit einer Schriftlichen Kleine Anfrage nachgehen.

Studien zufolge sterben Gefangene neunmal häufiger infolge eines Suizids als Personen der Allgemeinbevölkerung. Dabei ist die Suizidrate in U-Haft mehr als dreimal so hoch wie die Suizidrate in Strafhaft. 40% aller Suizide von Untersuchungsgefangenen ereignen sich im ersten Haftmonat, insgesamt über 50% in den ersten drei Haftmonaten.