Zurück zur Startseite
Autor/inn/en:

Kontakt zur Pressestelle

DIE LINKE,
Landesverband Hamburg
Pressestelle,
Martin Wittmaack
Wendenstr. 6 • 20097 Hamburg
presse@die-linke-hamburg.de
+49 -(0)176 - 600 22 592

 
12. August 2008 AG Arbeit und Armut

Ernährung: Zur Richtigstellung der sozialrechtlichen Situation

Der Berliner Finanzsenator Dr. Thilo Sarrazin (SPD) hatte zu Anfang des Jahres eine abenteuerliche Rechnung vorgelegt, mit der suggeriert werden sollte, dass die im Hartz IV-Regelsatz vorgesehenen Mittel für Nahrungsmittel (von rd. 29 Euro/Woche) eine ausgewogene Ernährung gewährleisten könnten.

Jede/r Hartz IV-Geschädigte weiß aus eigener Erfahrung, dass Sarrazins Speiseplan unseriös ist. Inzwischen hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) eine aktuelle Studie1 vorgelegt, in der nachgewiesen wird, dass für eine vollwertige Ernährung durchschnittlich 87 Euro/Person und Woche aufgebracht werden müssen.

Die signifikant verfrühte Mortalität von Langzeitarbeitslosen hängt neben zahlreichen anderen gesundheitlichen und lebensweltlichen Faktoren stark von der Ernährungssituation ab. Obgleich die Wohlfahrtsverbände und Erwerbsloseninitiativen seit 2004 auf die drastische Unterversorgung aufmerksam machen, verweigert sich die Bundesregierung beharrlich, durch eine Erhöhung des Hartz IV-Regelsatzes eine vollwertige Ernährung sicher zu stellen.

Das Menschenrecht auf Nahrung2 verbrieft jedem Menschen das Recht auf angemessene Ernährung und ausdrücklich nicht nur eine "Minimalversorgung an Kalorien, Proteinen und bestimmten anderen Nährstoffen".3 Auch der deutsche Gesetzgeber ist aufgefordert, dieser Kernverpflichtung unverzüglich Folge zu leisten.


1
Wissenschaftliche Ausarbeitung der  Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. zum Thema Lebensmittelkosten im Rahmen einer vollwertigen Ernährung – April 2008

2 Art. 11 Internationaler Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte vom 19.Dezember 1966

3 The right to adequate food (Art.11) : . 12/05/99. E/C.12/1999/5. (General Comments)