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25. März 2010 Bürgerschaftsfraktion

Equal Pay Day 2010: Arbeit neu bewerten, Steuergerechtigkeit, Mindestlöhne und Arbeitszeitverkürzung für alle - notfalls per Gesetz!

Die Forderung nach gleichem Geld für gleiche Arbeit ist richtig, aber sie ist unrealistisch, wenn nicht auf die Vielfalt und die Verschränkung der Ursachen geachtet wird: Frauen verdienen vor allem deswegen ein Viertel als Männer, weil ihre Tätigkeiten anders bewertet werden und weil sie häufiger eine geringere Anzahl an Erwerbsstunden aufweisen - durch Teilzeit und Niedriglohnjobs. Und wer gleiches Geld für gleiche Arbeit fordert, darf die Arbeitszeit dabei nicht vergessen - denn beides steht in unmittelbarem Zusammenhang.

"Berufe, in denen überwiegend Frauen beschäftigt sind, werden schlecht bezahlt. Dabei ist die Arbeit in der Pflege nicht weniger anstrengend oder verantwortungsvoll als die eines Ingenieurs", sagt Kersten Artus, frauenpolitische Sprecherin der Linksfraktion. "Um Entgeltgleichheit herzustellen, bedarf es daher neuer Bewertungsstandards von Tätigkeiten in den Tarifverträgen, die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns und die Reduzierung der Arbeitszeit für alle Menschen", fordert sie, "notfalls per Gesetz. Außerdem muss das Ehegattensplitting umgehend abgeschafft werden, damit auch verheiratete Frauen netto mehr im Portmonee haben."

Artus spricht sich gleichzeitig dagegen aus, Familienarbeit - Kinderbetreuung und die persönliche Haushaltsführung - zu entlohnen: "Herdprämien oder ein so genannter Hausfrauenlohn gehören in ein anderes Jahrhundert. Sie würden nur dazu führen, dass die Unternehmer die Löhne und Gehälter noch stärker drücken und Frauen trotz hervorragender Qualifikation aus dem Erwerbsleben herausgedrängt, und Rollenbilder manifestiert werden." Stattdessen sollten sich alle gesellschaftlichen Gruppen für eine gesetzliche Arbeitszeitbegrenzung auf höchstens 30 Stunden die Woche starkmachen: So könnten sich alle Menschen die vier Perspektiven des Lebens nach ihren Interessen ermöglichen: Arbeit, Familie/Freunde, gesellschaftliches Engagement und persönliche Entwicklung.

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist die erste Forderung der Frauenbewegung Anfang des 20. Jahrhunderts gewesen - zusammen mit einem Achtstundentag. Für heute heißt das: Menschenwürdige, frauen- und familienfreundliche Arbeitszeiten, ausreichend kostengünstige Kita-Plätze und bezahlbare Kultur- und Freizeitangebote. Das eine geht ohne das andere nicht. Unsere jüngst eingereichten Anträge, die ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft und die Überarbeitung des Gleichstellungsgesetzes für den Öffentlichen Dienst fordern, sind wichtiger denn je.