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23. September 2009 Bürgerschaftsfraktion, AG Umwelt, Energie & Verkehr

E.ON will öffentlich geförderte Solarsiedlung zukünftig mit Wärme aus Müllverbrennungsanlage versorgen

Schon im Juni 2008 stellte E.ON das solargestützte Nahwärmesystem im Pilotprojekt Karlshöhe ab. 50 % der Heizenergie sollten aus Sonnenenergie stammen, die Bewohner bekamen jedoch selten mehr als 20 %. Der Rest ging ins Erdreich. Die Stadt Hamburg beteiligte sich in den neunziger Jahren mit einer halben Millionen Euro an den Kosten der Pilotanlage. Der damalige GAL-Umweltsenator Alexander Proschke sah die solarthermischen Anlagen schon ab 2010 als Standard in Hamburg.

"Man kennt es ja bereits: Fördergelder werden eingesackt, der Klimaschutz hochgehalten und das Engagement der Menschen ausgenutzt. Dann wird mit Vorsatz oder aus Unfähigkeit alles in den Sand gesetzt und eine Sanierung verweigert, weil jetzt alles nicht mehr wirtschaftlich sei. Das ist die Vorgehensweise der Atom- und Kohlekonzerne E.ON, Vattenfall und Co - auch mit Unterstützung von Schwarz-Grün. Für einen privaten Energiekonzern steht eben weder Soziales noch Ökologisches im Vordergrund, sondern der Profit. Das hat die GAL bis heute nicht verstanden", kritisiert Elisabeth Baum, wirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE.

E.ON will jetzt Wärme aus der Müllverbrennungsanlage Stapelfeld in die Siedlung leiten. Rund 600 Menschen wollten sich rund um die Straßen Bramwisch und Carsten-Reimers-Ring an dem Pilotprojekt beteiligen. Gilbert Siegler, Sprecher der AG Umwelt, Energie, Verkehr der Partei DIE LINKE, ist als Bewohner der Solarsiedlung selbst betroffen und wirft der Stadt mangelnde Aufsicht vor:

"Dafür, dass E.ON sich mit dem Vorzeigeprojekt erst ein grünes Image gibt und jetzt Abwärme von Müllverbrennung in die Siedlung leitet, ist damals niemand hierhergezogen. Das Enttäuschende: Die Technik würde funktionieren, nur hat man mit E.ON offensichtlich den Bock zum Gärtner gemacht. Die Stadt hat auch eine Verantwortung kontrollieren, was mit ihren Fördergeldern passiert. Ob auch bei Bauaufsicht gepfuscht wurde oder ob Gesetze missachten, muss dringend geklärt werden."