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15. Januar 2013 Bürgerschaftsfraktion

Endlich den Wert von Frauenarbeit anerkennen!

So viele Jobs für Frauen wie noch nie“ vermeldet das Abendblatt in seiner heutigen Ausgabe. Tatsächlich nimmt die Frauenerwerbstätigkeit seit langem zu. Ein Grund, sich zufrieden zurückzulehnen, ist das nicht, findet Kersten Artus, frauen- und wirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Mehr Frauen sind in Arbeit, aber die Erwerbsquote von Männern sinkt. Das bestätigt die Tendenz, dass immer mehr Frauen Familienernährerinnen werden, weil ihre Männer ihre Arbeit verlieren – sie sind Opfer der Finanz- und Wirtschaftskrise“, erläutert Artus. Um eine Familie zu ernähren, reiche aber das Einkommen von Frauen oft nicht aus. Grund sei die immer noch niedrigere Bezahlung: „Der Gender Pay Gap liegt bleiern bei über 20 Prozent“, kritisiert die Abgeordnete.

Artus teilt daher auch nicht die Einschätzung der Industrie- und Handelskammer, dass sich die Rentenversorgung für Frauen bessert. „Im Gegenteil: Die Frauenarmut ist programmiert, sie wird sich durch den von Rot-Grün im Bund vor acht Jahren geschaffenen Niedriglohnsektor weiter ausbreiten“, prognostiziert sie. „Wer ein niedriges Einkommen – sei es durch Teilzeit oder durch einen Minijob – hat, kann weder die Familie ernähren, noch für das Alter vorsorgen.

Kritisch kommentiert die Frauenpolitikerin auch die Aussage des Direktors des Instituts der Deutschen Wirtschaft, Michael Hüther. Er lässt sich mit dem Satz „Die Arbeit ist weiblicher geworden“ zitieren. Kersten Artus: „Herr Hüther sieht offenbar nicht die umfangreiche, für die Gesellschaft lebensnotwendige Arbeit von Frauen, die sie ohne Entgelt tätigen – als Familienmanagerinnen in Sachen Gesundheit, Pflege, Kindererziehung.

Die Linksfraktion fordert, für Frauen endlich gute, auskömmliche Arbeitsplätze zu schaffen. „Die Wertigkeit von klassischer Frauenarbeit muss endlich genauso gut bewertet werden wie die von Männern“, erklärt Artus. „Schwerstarbeit wird beispielsweise in der Pflege genauso geleistet wie auf dem Bau.“ Der von der Linksfraktion eingereichte Antrag für einen Landesaktionsplan „Gute Arbeit für Frauen“ müsse umfänglich in das vom SPD-Senat geplante gleichstellungspolitische Rahmenprogramm eingearbeitet werden.