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2. Mai 2014 Bürgerschaftsfraktion

Ein Jahr nach Beinah-Katastrophe immer noch keine Sicherheit vor Atomtransporten

Urantransport Hamburger Hafen, 23.01.2012 / contratom.de

Am 1. Mai 2013 gab es  eine Kundgebung zum 1. Mai und zum Kirchentag an den Landungsbrücken. In Sichtweite ging  der Frachter “Atlantic Cartier” in Flammen auf, nur 500 Meter entfernt von 35.000 Besuchern. Wenige Tage später kam heraus, dass das Schiff  tonnenweise radioaktive Stoffe und Munition an Bord hatte. Anlässlich des Jahrestages erklärt Dora Heyenn umweltpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE:

„Hamburg  ist am 1. Mai 2013 an einer Katastrophe vorbeigeschrammt. Dieser Jahrestag mahnt uns, weiter eine Teilentwidmung des Hamburger  Hafens zu fordern um den Verbot des Umschlags von radioaktiven Stoffen durchzusetzen. Jüngste Debatten im Umweltausschuss und in der Öffentlichkeit haben deutlich gemacht, dass keine andere Bürgerschaftsfraktion  die Brisanz  von Atomtransporten durch den Hamburger  Hafen so ernst nimmt wie  DIE LINKE.  Ausgerechnet die Grünen, die sich immer noch gern als   d  i e    Anti-Atompartei feiern lassen möchte,  plädiert statt eines Verbots für freiwillige Selbstverpflichtungen der Terminalbetreiber auf Atomtransporte!“

Im Durchschnitt finden alle zwei Tage Transporte hochtoxischer und radioaktiver Güter durch das Hamburger Stadtgebiet statt. Dabei räumte der schwarz-grüne Senat 2009 ein, dass die Atom-Transporte bis auf 30 Meter an Wohnhäuser vorbeiführen.  Derzeit werden trotz des beschlossenen Atomausstiegs jedes Jahr Hunderte Tonnen Kernbrennstoffe im Hafen umgeschlagen. Mehr als 131 Atomtransporte* – davon mindestens 86 genehmigungspflichtige Atomtransporte – haben 2013 in Hamburg stattgefunden. Die genaue Zahl ist unklar, da Transporte, die nur auf der Straße stattfinden, nicht erfasst werden.

Der Hamburger Hafen ist quasi die Drehscheibe für die Atomindustrie: Zirka 70% der Atomtransporte über Hamburg sind Schiffstransporte. Dies betrifft zahlreiche Lieferungen von Brennelementen und von Uranhexafluorid.

Dora Heyenn: „Der Brand auf dem Frachter “Atlantic Cartier”  hat gezeigt, welchen Gefahren wir tagtäglich ausgesetzt sind. Jeder Atomfrachter ist eine tickende Zeitbombe und eine Gefahr für Mensch und Umwelt. Unentschuldbar ist die Tatsache, dass die Atomtransporte im citynahen Hafen in den letzten Monaten weitergingen, obwohl an acht Tagen alle drei Löschboote aufgrund der jüngsten Defekte gleichzeitig nicht uneingeschränkt einsatzbereit waren. Wir fordern eine sofortige Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen.  Für den Bremer Hafen gibt es bereits seit   2012 eine Teilentwidmung , warum soll das für Hamburg nicht möglich sein?“


  • In den Jahr 2012: 204 Atomtransporte davon 76 mit Uranhexafluorid.
  • In den Jahr 2011: 135 Atomtransporte davon 48 mit Uranhexafluorid.
  • In den Jahr 2010: 193 Atomtransporte davon 74 mit Uranhexafluorid.
  • In den Jahr 2009: 235 Atomtransporte