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18. Januar 2013 Pressestelle, Sabine Boeddinghaus

Diskussion um G8 oder G9 an Gymnasien bedeutet Neubewertung des 2-Säulen-Modells

DIE LINKE fordert eine Schule für Alle!

Die Landesarbeitsgemeinschaft Bildungspolitik der Partei DIE LINKE lehnt die einseitige Betrachtung der Gymnasiumsstruktur über G8/G9 ab und fordert eine grundsätzliche Debatte um die Sinnhaftigkeit des 2-Säulen-Modells.

Willi Bartel, Sprecher der LAG Bildung: »Es geht nicht, allein etwas an der Organisation des Gymnasiums verändern zu wollen, zumal etwas so Substanzielles wie die Frage der Schulzeitlänge, ohne nicht auch die daraus resultierenden Auswirkungen auf die Stadtteilschule zu betrachten.«

Beide „Säulen“, die laut CDU, SPD, Grüne und FDP gleichwertige Bildungsangebote darstellen sollten, verhalten sich zueinander wie kommunizierende Röhren, deren Funktionieren sich gegenseitig bedingt.

Deswegen muss die Beantwortung der Frage, welche Schulzeit gut ist für ein Gymnasium bzw. deren Schülerinnen und Schüler, verknüpft werden mit der Analyse darüber, in welcher Weise dadurch das Bildungsangebot der Stadtteilschulen beeinflusst wird.

Wenn nun diejenigen Eltern, die den Schulversuch G8 für ihre Kinder billigend in Kauf genommen haben, zu der Erkenntnis gelangen, dieser wäre nun gescheitert, dann stehen sie aus Sicht der LINKEN in der Pflicht, auch zur Zukunft der Stadtteilschulen Aussagen zu treffen.

DIE LINKE war nie Befürworterin der Schulzeitverkürzung am Gymnasium, zumal unter der ehemaligen Schulsenatorin Dinges-Dierig sämtliche Bundesmittel zum Ganztagsschulausbau dafür missbraucht wurden, sie kann die inhaltlichen Einwände gegen G8 also sehr gut nachvollziehen, wehrt sich aber gegen die interessengeleitete Vereinnahmung dieser Debatte durch all diejenigen Eltern, die mit allen Mitteln für eine exklusive Bildung ihrer Kinder kämpfen.

Sabine Boeddinghaus, Sprecherin: »Die Rückkehr zu G9 am Gymnasium bedeutet eine Schule für Alle. In diesem Fall fordern wir, dass auch die Gymnasien die gesellschaftlich wichtige Aufgabe der Inklusion ebenso, wie jetzt die Stadtteilschulen allein, zu bewältigen haben. Weiter erwarten wir, dass dann mit dem Elternwahlrecht endlich Ernst gemacht wird und die Eltern auch nach Klasse 6 das Entscheidungsrecht haben, auf welche Schule ihr Kind geht und damit das Abschulen von den Gymnasien an die Stadtteilschulen ein Ende hat.

Sollten beide „Säulen“, Gymnasium und Stadtteilschule, das Abitur nach 13 Jahren anbieten, dann gibt es keinen rationalen und pädagogisch sinnmachenden Grund mehr für zwei getrennte weiterführende Schulformen.«