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Joachim Bischoff, Christiane Schneider

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18. März 2008 Bürgerschaftsfraktion

Die Sperrung des Hauptbahnhofs für den "Zug der Erinnerung" ist inakzeptabel

Am 24. März, so ist es lange vorbereitet, sollte der "Zug der Erinnerung" im Hamburger Hauptbahnhof einfahren und dort sechs Tage lang die Ausstellung über die Deportation von Kindern und Jugendlichen in die faschistischen Vernichtungslager zeigen. Bisher haben über 140.000 Menschen die Wanderausstellung besichtigt. Kurzfristig hat die Deutsche Bahn AG jetzt den Organisatoren mitgeteilt, dass dem "Zug der Erinnerung" aus "bahnbetrieblichen" Gründen im Hauptbahnhof kein Gleis zur Verfügung gestellt wird. Man könne der Gedenkausstellung lediglich ein Abstellgleis in Altona anbieten - ausschließlich in der besucherfeindlichen Zeit zwischen 10:00 und 15:00 Uhr.

Dazu erklärt die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE Christiane Schneider: "Die Sperrung des Hauptbahnhofs für die Gedenkausstellung ist der vorläufige Höhepunkt vielfältiger Versuche der Deutschen Bahn AG, gegen die Gedenkausstellung vorzugehen. Erst hat sie jahrelang verhindert, dass die Wanderausstellung auf Bahnhöfen überhaupt gezeigt werden konnte. Dann versuchte sie die Organisatoren des "Zugs der Erinnerung" mit hohen Forderungen für die Nutzung von Trassen, Stationen und elektrischen Anschlüssen in die Knie zu zwingen. So verlangt sie u.a. pro Stunde Aufenthalt in einem Bahnhof zwischen 22 und 45 Euro, pro gefahrenen Kilometer 3,50 Euro, für eine Stromanschluss ohne Verbrauch 945 Euro. Die Hamburger Organisatoren mussten bisher über 6000 Euro aufbringen, der Gesamtbetrag, den die DG für den "Zug der Erinnerung" verlangt, wird auf 110.000 Euro veranschlagt. Die Sperrung des Hamburger Hauptbahnhofs für die Ausstellung ist der vorläufige Gipfel einer unsäglichen Ver- und Behinderungsstrategie. Wir fordern zusammen mit den Hamburger Organisatoren, der Arbeitsgruppe "Deportationen / 11.000 Kinder", die Deutsche Bahn AG auf, den Hauptbahnhof für den "Zug der Erinnerung" und das Gedenken an die deportierten Kinder freizugeben."

Der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE Joachim Bischoff erinnert daran, dass die heutige Deutsche Bahn AG zumindest faktisch die Nachfolgerin der Deutschen Reichsbahn ist. "Die Reichsbahn spielte in der mit großer Präzision funktionierenden Mordmaschine der Nazis eine maßgebliche Rolle. Allein vom Hannoverschen Bahnhof am Hamburger Lohseplatz deportierte die Reichsbahn zwischen Mai 1940 und Februar 1945 in mindestens 20 Transporten über 7.000 Menschen in die Vernichtungslager im Osten, darunter mehr als 1.000 Kinder und Jugendliche. Statt ihre Verantwortung wahrzunehmen, behindert die Deutsche Bahn AG heute das Gedenken an die Deportierten und Ermordeten. Die Verweigerung des Hauptbahnhofs für die Wanderausstellung ist inakzeptabel."