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8. Oktober 2010 Bürgerschaftsfraktion

Die Schließung des Altonaer Museums muss öffentlich diskutiert werden

Die Schließung des Altonaer Museums soll an der Bürgerschaft vorbei erfolgen. Die Fraktion DIE LINKE bringt deshalb einen Antrag ein, der eine Befassung der Bürgerschaft mit diesem skandalösen Vorgang verlangt.

„Ich halte das Vorgehen des Senats für einen Skandal und eine Beschädigung der demokratischen Kultur in Hamburg. Die Schließung eines Museums ist ein überaus gravierender Einschnitt in das öffentliche Leben dieser Stadt und muss dementsprechend öffentlich diskutiert werden“, so Norbert Hackbusch, kulturpolitischer Sprecher der Bürgerschaftsfraktion und Vorsitzender des Kulturausschusses.

Die Kulturbehörde hat Norbert Hackbusch mitgeteilt, dass der Senat die Schließung des Altonaer Museums nicht vor Mitte Dezember in der Bürgerschaft thematisieren wird. Erst im Rahmen der Haushaltsausschusssitzung am 17. Dezember 2010 soll erstmalig über die geplante Schließung berichtet werden. Zwei Wochen später soll nach dem Willen des Senats das Altonaer Museum seine Pforten für immer schließen.

„Bei den bisherigen dürftigen Begründungen des Senats für die Schließung und der juristisch unklaren Sachlage, müssen wir davon ausgehen, dass dies ein vollkommen unkalkulierter und überhasteter Schritt des Senats ist, den wir für falsch, fatal und unverantwortlich halten“, so Norbert Hackbusch weiter.

Die Nichtbefassung der Bürgerschaft begründet der Senat damit, dass die geplante Kürzung bei der Stiftung Historische Museen Hamburg um den Etat für das Altonaer Museum um 3,445 Millionen Euro, für den Hamburger Haushalt „nicht ausgabenrelevant“ sei. Tatsache ist aber, dass die 1,6 Millionen Euro für das Personal des Altonaer Museums nicht eingespart werden, der Stiftung aber rund ein Viertel ihres Personals und durch den Verlust des Zuwendungsanteils des Altonaer Museums ein Viertel ihres Gesamthaushaltes entzogen werden soll.

Für die Verlagerung der 640.000 Objekte scheint es weder einen Plan noch eine Kalkulation zu geben. Auch der Umgang mit den Schenkungen und Zustiftungen an das Altonaer Museum scheint für Senat noch ungeklärt zu sein. Auch hierzu muss der Senat öffentlich Stellung beziehen. Es ist kaum verwunderlich, dass von einzelnen Stiftern schon angekündigt wird im Falle einer Schließung des Altonaer Museums die Rückgabe der Schenkung einzufordern.