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19. Mai 2014 Pressestelle

DIE LINKE lehnt eine Bewerbung Hamburgs für die Olympischen Spiele 2024 und 2028 ab.

Bela Rogalla, Landessprecher DIE LINKE

Bela Rogalla, Landessprecher DIE LINKE: „Die Ankündigung des DOSB-Präsidenten Hörmann bereits im Herbst 2014 allein zu entscheiden, ob die Olympischen Spiele 2024 in Hamburg oder Berlin stattfinden werden, ist eine arrogante Frechheit des DOSB-Präsidiums. Die Bürgerinnen und Bürger in Hamburg und die Hamburgische Bürgerschaft sollen bei der Entscheidung über die Vergabe der Olympischen Spiele jetzt übergangen werden. Damit ist klar, dass der DOSB und das IOC eine intensive, zivilgesellschaftliche Diskussion über die sportlichen, finanziellen und gesellschaftspolitischen Auswirkungen der Olympischen Spiele in Hamburg gezielt verhindern wollen. Diese selbstherrlichen Entscheidungen von DOSB und IOC werden sich die Bürgerinnen und Bürger in Hamburg nicht gefallen lassen.“

DIE LINKE lehnt eine Bewerbung der Freien und Hansestadt Hamburg für die Olympischen Spiele 2024 und 2028 aus folgenden Gründen ab:

Bei der Planung, Vergabe und Organisation der Olympischen Spiele verpflichten sich das IOC und seine Partner weder Arbeits-, Sozial- und Ökologiestandards einzuhalten, noch die Menschenrechte zu achten. Auch die eigene Zielsetzung für die olympische Bewegung wird weit verfehlt. Die Olympischen Spiele sind kein Zusammentreffen der Jugend der Welt, um die Völkerverständigung und den Frieden zu fördern, sondern gigantische kommerzielle Sportveranstaltungen, die die Profitinteressen von IOC, Werbepartnern und Konzernen bedienen. Das IOC wird auch der Freien und Hansestadt Hamburg die Vertragsbedingungen bei der Vergabe der Olympischen Spiele diktieren: die Investitionen sollen aus den öffentlichen Haushalten von Bürgerschaft und Bundestag finanziert werden und die Gewinne vom IOC sowie seinen „Premium-Werbepartnern“ realisiert werden.

Die Kritik von Menschenrechts- und Umweltschutzorganisationen an den Olympischen Winterspielen in Sotchi 2014 ist detailliert dargelegt worden: die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat in einer Studie die Ausbeutung von ArbeitsmigrantInnen nachgewiesen, die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat den Organisatoren der Olympischen Winterspiele erhebliche Umweltzerstörungen im kaukasischen Biosphärenreservat nachgewiesen.

Vor dem Hintergrund der öffentlichen Kritik und dem Scheitern der Olympischen Winterspiele in München und Oberbayern durch vier Bürgerentscheide im November 2013 hat IOC-Präsident Bach angekündigt, dass das IOC bis Ende 2014 die Themen „Nachhaltigkeit, Glaubwürdigkeit und Jugend“ für eine „Olympische Agenda 2020“ formulieren wird. Offensichtlich sind dies allerdings nur Floskeln einer neuen Marketingstrategie des IOC. Tatsächlich wurden Sportvereine und Gesellschaft dazu aufgefordert, Diskussionsbeiträge für die IOC-Sondersession im Dezember 2014 in Monte Carlo einzubringen, und zwar zu den Themen „Einzigartigkeit der Olympischen Spiele“,„Olympismus 365 Tage im Jahr am Leben erhalten“, „die Rolle des IOC: Einheit in Vielfalt“, „Struktur und Organisation des IOC“. Diese Themen liegen allerdings weit entfernt von der internationalen Kritik an den Olympischen Spielen, die DIE LINKE in Hamburg teilt.

DIE LINKE wird sich intensiv in die politische Diskussion um die Bewerbung Hamburgs für die Olympischen Spiele einbringen. Bela Rogalla abschließend: „Anstatt Millionen und Milliarden aus öffentlichen Haushalten für die Olympischen Spiele zu verplanen und zu verpulvern, werden wir den Fokus auf die Förderung des fairen Breitensports in Hamburg richten und für eine sozial-ökologische Stadtentwicklungs-, Wohnungs-, Umwelt- und Verkehrspolitik streiten. In der Auseinandersetzung um Olympia in Hamburg werden wir gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Akteuren, insbesondere mit Sport-, Naturschutz-, Verkehrs- und Mietervereinen sowie Gewerkschaften, die dringend notwendigen Investitionen und Reformen diskutieren, die den Interessen einer Mehrheit der Bevölkerung gerecht werden.“