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27. September 2009 Bürgerschaftsfraktion

DIE LINKE fordert Gesundheitsvorsorge von Anfang an: Stillberaterinnen auf alle Geburtstationen absichern, Betreuung zu Hause gewährleisten

Ab dem 28. September startet die Weltstillwoche unter dem Motto „Stillen ist lebenswichtig - Bist Du dabei!“ Aus diesem Anlass nimmt die Linksfraktion die derzeitige Senatspolitik kritisch unter die Lupe.

Stillen ist ein Grundrecht für Frauen und Babys. Doch nur jedes fünfte Kind wird bis zum sechsten Lebensmonat ausschließlich mit Muttermilch versorgt. Stillen ist die beste Prävention gegen Krankheiten, deswegen sind alle Einrichtungen, die Frauen während und nach der Schwangerschaft betreuen, aufgefordert, aktiv pro Stillen zu beraten. „Hierfür muss Geld in die Hand genommen werden“, sagt die frauen- und gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft, Kersten Artus.

Die Situation in den Krankenhäusern wirkt sich nachteilig auf das Stillverhalten aus: Das Personal ist unterbesetzt und überlastet. Hebammen arbeiten oft nur in Teilzeit. Zur ausführlichen und begleitenden Still-Beratung von Wöchnerinnen bleibt zu wenig Zeit. Hinzu kommt, dass Frauen in der Regel heute drei Tage nach der Geburt das Krankenhaus verlassen – genau zu diesem Zeitpunkt ist aber eine intensive Betreuung vor allem bei Erstgebährenden wichtig. „Die Probleme fangen doch oft erst zuhause an“, sagt Artus.

Problematisch ist auch die hohe Kaiserschnittquote, die bei Hamburgerinnen bereits 34 Prozent beträgt. Kaiserschnittkinder werden weit weniger gestillt. Ebenso sind soziale Belastungen nach der Geburt eine Ursache, vorzeitig das Stillen abzubrechen. Gefördert wird dies durch die unzureichende Wahrnehmung der Rechte von Frauen, sich nach der Geburt von einer Hebamme betreuen zu lassen – eine Konsequenz der schematischen Unterversorgung von Hebammen, gerade in ärmeren Stadtteilen. Dies haben Anfragen der Opposition an den Senat sowie eine Befragung unter Hamburger Hebammen ergeben.

DIE LINKE wird den Senat auffordern, umfassende und aktuelle Informationen über das Stillverhalten von Hamburgerinnen zu beschaffen und Maßnahmen daraus abzuleiten. Kersten Artus: „Durch die Privatisierung der Krankenhäuser hat der Senat Kenntnisse über die erste  Gesundheitsprävention am Menschen, die es gibt, verloren. Hamburgbezogene Studien gibt es nicht. Über Daseinsvorsorge und Versorgungsauftrag des Staates soll immer weniger geredet werden. Gesundheit wird zunehmend unter marktwirtschaftlichen Aspekten betrachtet. Der Begriff „Gesundheitswirtschaft“ wird derzeit penetrant seit Monaten vom Senat versucht, zu etablieren. Am Stillen wird aber kein Geld verdient“, sagt Kersten Artus. „DIE LINKE hingegen stellt den Menschen in den Mittelpunkt und nicht den Profit.“