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3. März 2010 Bürgerschaftsfraktion

Die Krise der Hamburger Museen

Bei der gestrigen Anhörung zur Situation der Hamburger Museen im Rahmen des Ausschusses für Kultur, Kreativität und Tourismus, zeigten sich große Probleme: Nach der Entschuldung im Jahre 2007 haben sich neue Schuldenberge aufgebaut. Besonders betroffen sind die Stiftung Historischer Museen und die Kunsthalle. Diese Defizite resultieren sowohl daraus, dass die Entschuldung im Jahre 2007 unvollständig war, als auch aus einer strukturellen Unterfinanzierung und unklaren Leitungsstrukturen.

Der kritische Bereich sind die so genannten Sonderausstellungen. Hier vertritt die Expertenkommission die Auffassung, dass diese nicht zum Kerngeschäft der Museen gehören. Die Museumsdirektoren aber weisen darauf hin, dass Sonderausstellungen unentbehrlich seien, um ein lebendiges Museumsangebot zu gestalten und um strukturelle Defizite ausgleichen zu können. So stellen alle Museumsdirektoren heraus, dass ihre Museen gegenwärtig von der Substanz leben und weder die notwendigen Investitionen noch eine ausreichende wissenschaftliche Arbeit organisieren können.

"Dramatisch wird die Situation, wenn der Senat darauf drängt, dass im Jahre 2010 eine "schwarze Null" geschrieben werden soll. Konkret hieße das in der gegenwärtigen Situation, dass die Museen ihre Aktivitäten und Angebote gegen "Null" runterfahren müssten, um eine "schwarze Null" bei der Jahresbilanz liefern zu können", erklärt Norbert Hackbusch, Vorsitzender des Kulturausschusses.

Erhöhte Eintrittspreise, eingeschränkte Öffnungszeiten und eine Stellenreduzierung wären die Folge. So fasst die Stiftung Historische Museen aufgrund dessen eine vorläufige Schließung des Hafenmuseums ins Auge. Die weiteren Planungen für dieses, für Hamburg so wichtige Projekt, würden damit in Frage gestellt.

"Hier zeigt sich, welch existentielle Bedrohung für die lebendige Museumskultur in Hamburg besteht", so Hackbusch abschließend.