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18. November 2010 Bürgerschaftsfraktion

Die HSH Nordbank schreibt weiter rote Zahlen

Der vor seiner Ablösung stehende Vorstandschef der HSH Nordbank, Nonnenmacher, denkt nicht an einen Rücktritt. Verhandlungen mit dem Aufsichtsrat über die Bedingungen der Vertragsauflösung hat es bislang nicht gegeben. Stolz präsentiert der Vorstandsvorsitzende die Zahlen für die ersten neun Monate des Jahres 2010 und verweist auf seinen überragenden Anteil am Sanierungserfolg.

Dr. Joachim Bischoff, finanzpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft, widerspricht:

"Die Sanierungserfolge sind nicht belastbar! Das operative Ergebnis stammt nicht aus einem neuen Geschäftsmodell. Auch nach neun Monaten des Umbaus ist noch nicht erkennbar, worauf die HSH Nordbank künftig ihre Geschäfte und Erträge stützen will. Die Fortsetzung der allgemeinen Aufwärtsbewegung auf den Wertpapiermärkten ist keineswegs gesichert und im Schlussquartal fallen üblicherweise höhere Risikovorsorgen an, so dass sich das Jahresergebnis 2010 nicht weiter verbessern dürfte. Im Sanierungsprozess der Bank ist keineswegs der Durchbruch erzielt, der Nachfolger von Nonnenmacher wird große Herausforderungen bewältigen müssen."

Das Zwischenergebnis der Sanierung sieht nach neun Monaten folgendermaßen aus:  Die Bank schrumpft weiter, die Bilanzsumme ist jetzt bei 162 Mrd. Euro angelangt. Die Bank trennt sich zügig von ihren Kreditbeständen und wird dabei unterstützt von der konjunkturellen Aufwärtsbewegung und der damit zusammenhängenden Konsolidierung im Schifffahrtsbereich. Das Neugeschäft ist ausgesprochen unterentwickelt, Verlängerungen von Kreditengagements und Umschuldungen bestimmen das operative Geschäft.

Das Ergebnis aus Finanzanlagen ist mit 193 Mio. Euro positiv: die Stabilisierung der Finanzmärkte zeigt sich in Wertaufholungen in dem Bereich des Kreditersatzgeschäftes. Entscheidend für die Verminderung des Konzernfehlbetrages auf minus 246 Mio. Euro sind die Reduzierung der Risikovorsorge im Kreditgeschäft um 1,589 Milliarden Euro zum vergleichbaren Vorjahreszeitraum - das heißt, die Bank trifft deutlich weniger Vorsorge für eventuelle Kreditausfälle - und die positive Entwicklung der früheren toxischen Wertpapierbestände.

Geld verdient die Bank also in Segmenten, die die HSH Nordbank in früheren Jahren in die existenzielle Schieflage gebracht hat. Diese positive Entwicklung bei den Wertpapieren wird durch die Bewertungsspielräume der internationalen Bilanzierungsregeln unterstützt.