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19. Juli 2013 Bürgerschaftsfraktion

Die HSH arbeitet lieber ohne störende Kunden

Foto By Arne List (originally posted to Flickr as HSH Nordbank), via Wikimedia Commons

Trotz weiterhin schwieriger wirtschaftlicher Lage stößt die HSH Nordbank rund 10.000 Kunden ab. Damit bleiben der HSH in Hamburg weniger als 300 Kunden, wie eine Schriftliche Kleine Anfrage (Drs. 20/8638) der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft ergibt. „Ich frage mich wirklich, auf welchem Planeten die derzeitigen Vorstände überhaupt leben“, erklärt Norbert Hackbusch, finanz- und haushaltspolitischer Sprecher der Fraktion. „Das neue Geschäftsmodell sieht vor, dass sich die HSH von ihrer spekulativen Vergangenheit löst und eine Bank für die Unternehmen der Region wird. Doch solvente klein- und mittelständische Unternehmen, die weniger als 50 Millionen Euro im Jahr umsetzen, wirft die HSH jetzt einfach raus. Anscheinend fühlen sich die Vorstände durch sie gestört. Man muss sich wirklich nicht mehr wundern, warum die Erlöse aus operativem Geschäft so gering ausfallen.“

In seiner Antwort auf die Anfrage der Fraktion DIE LINKE gibt der Senat bekannt, dass es in Hamburg insgesamt lediglich 538 Unternehmen gibt, die den von der HSH selbst angelegten Mindestumsatz von 50 Millionen Euro erreichen und damit überhaupt als Kunden in Frage kommen. Weiter erklärt der Senat, in diesem Segment habe die Bank in ihrer Kernregion eine Marktdurchdringung von mehr als 50 Prozent. „Bei gut 50 Prozent von 538 möglichen Kunden komme ich auf höchstens 300 Kunden in ganz Hamburg, die jetzt noch bei der HSH sein könnten“, rechnet Hackbusch vor. „Und die Zahl der Unternehmen im Rest der Kernregion, in Schleswig-Holstein, die die finanziellen Vorgaben der HSH erfüllen, ist auch überschaubar.“

Auf diesen grundlos verkleinerten Kundenkreis „richtet die Bank ihr Leistungsspektrum und ihre gesamte Organisationsstruktur aus“, heißt es in der Senatsantwort. „Und dafür der riesige Kostenapparat, das weltweite Filialsystem, die mehreren tausend MitarbeiterInnen? Dieses Konzept überzeugt vorn und hinten nicht“, so Hackbusch. „Die kleineren Unternehmen sollten zentrale Aufgabe der Bank sein. Wenn der Vorstand die rauswirft, stellt sich erneut die Frage, wofür Hamburg eine solche Bank braucht.“