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13. März 2009 Bürgerschaftsfraktion

Computerspielverbote sind der falsche Weg

Anlässlich des Amoklaufs eines 17-jährigen Schülers erklärt die medienpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft, Kersten Artus:

"Einige Medien warnen nach dem tragischen und furchtbaren Massaker in Winnenden, Baden-Württemberg, vor Gewalt verherrlichenden Computerspielen. Experten wie der Mediziner Professor Manfred Spitzer fordern ein Verbot dieser Spiele. Computer sind für viele Eltern immer noch ein Medium mit sieben Siegeln, da ist es populär, den Spielen die Verantwortung an dieser Tat zu geben. Diese Forderung verunsichert aber Eltern, anstatt dass sie hilft und ist außerdem falsch."

"Vermutlich handelte es sich bei dem Täter um einen schwerkranken Jugendlichen. Es ist daher fahrlässig, das Klischee zu bedienen, es müsse männlichen Jugendlichen nur das Gewalt-PC-Spiel verboten werden. Das macht dieses Genre erstens nur noch attraktiver. Zweitens müssen Depressionen auch bei Jugendlichen als ernsthafte Krankheit anerkannt und entsprechend, auch medikamentös, behandelt werden. Drittens muss sich diese Gesellschaft fragen, welche Vorbilder sie männlichen Jugendlichen künftig anbieten will: Wenn der "Rambokiller" als Identifikationsfigur bei einem Jungen derartig Oberhand gewinnt, er sich ansonsten in seinem Alltag nur als Versager fühlt, dann ist nicht ein PC-Spiel Schuld. Dann haben Schule, Eltern, Medizin und Gesellschaft gemeinsam auf ganzer Linie versäumt, dieses Kind in seinen Fähigkeiten zu stärken."