Zurück zur Startseite

Kontakt zur Pressestelle

DIE LINKE,
Landesverband Hamburg
Pressestelle,
Martin Wittmaack
Wendenstr. 6 • 20097 Hamburg
presse@die-linke-hamburg.de
+49 -(0)176 - 600 22 592

 
23. Juni 2010 Bürgerschaftsfraktion

Bildungserfolg wird durch Armut ausgebremst

Mal wieder hat die Kultusministerkonferenz eine Bildungsstudie anfertigen lassen und mal wieder können ca. ein Viertel aller NeuntklässlerInnen nur Texte auf Grundschulniveau verstehen. Dabei hatte die Kultusministerkonferenz nach den ähnlich verheerenden Ergebnissen von PISA 2000 Besserung versprochen. Statt aber das überkommene und unsoziale Dreiklassenschulsystem anzugehen, wurden nur halbherzig Ersatzmaßnahmen angegangen wie: Standardsicherung durch Bildungsstandards, vorschulische Sprachförderung, LehrerInnenfortbildung, Berufsorientierung und Ganztagsangebote. Nach zehn Jahren hagelt es erneut vernichtende Ergebnisse.

Dazu erklärt Dora Heyenn: "Allein die Tatsache, dass sich nach zehn Jahren nichts gebessert hat, macht deutlich, dass in Deutschland nun endlich das überkommene und unsoziale Dreiklassenschulsystem überwunden werden muss. Insofern ist Hamburg auf einem guten Kurs, wenn es ab dem kommenden Schuljahr die 6-jährige Primarschule einführt."

Ein weiteres erschreckendes Ergebnis besteht darin, dass die Chance, ein Gymnasium zu besuchen immer noch entscheidend von der sozialen Herkunft abhängt. So hat ein Kind aus der oberen Dienstklasse in Deutschland eine ungleich höhere Chance aufs Gymnasium zu kommen als ein Arbeiterkind. Besonders sozial ungerecht geht es in Bayern und Baden-Württemberg mit einer 6,5-mal größeren Chance zu und am gerechtesten mit 1,7 in Berlin.

Heyenn weiter: "Bundesländer mit Gesamtschulen haben ein sozialeres Schulwesen. Am sozialsten schneidet Berlin mit der 6-jährige Grundschule ab. Auch dies ist ein Beleg dafür, dass wir die 6-jährige Primarschule brauchen."

Schließlich sei noch darauf hingewiesen, dass einfache Vergleiche zwischen Bundesländern unfair sind. Es werden dann "Äpfel mit Birnen" verglichen. Bildung in Deutschland hängt immer noch stark von der sozialen Lage ab. Bundesländer mit einem hohen Anteil von Erwerbslosen und Armen müssen von daher schlechter abschneiden. "Insofern sagt das schlechte Abschneiden der Nordländer weniger über deren Bildungswesen, als viel mehr über die größere Armut aus, die im gegliederten Schulwesen entscheidend für den Misserfolg in der Schule ist", schließt Heyenn.