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27. September 2011 Bürgerschaftsfraktion

Bildungsbericht: Tiefe soziale Spaltung verfestigt

Soziale Spaltung

Senator Rabe hat heute den zweiten Hamburger Bildungsbericht vorgestellt. Leider sind viele Daten nicht dem ersten Bericht aus dem Jahre 2009 zu vergleichen. Außerdem musste eingestanden werden, dass die Datenlage für den Übergang Schule Beruf immer noch sehr mangelhaft sind.

Dazu erklärt Dora Heyenn, bildungspolitische Sprecherin der LINKEN: "Seit Jahren fordern wir eine lückenlose Erfassung darüber, wo die SchulabgängerInnen bleiben. Das muss doch möglich sein. Nur so kann festgestellt werden, dass das neue Übergangssystem dem Anspruch gerecht wird, dass jeder Schüler und jede Schülerin nach einem Schulabschluss auch eine Weiterqualifizierung oder einen Ausbildungsplatz erhält."

Senator Rabe musste einräumen, dass der Bildungsbericht große regionale Disparitäten offenbart. "Es ist schon beschämend, dass die schon seit Jahren bekannten Tatsachen, sich immer weiter verfestigen. Immer die gleichen Stadtteile zeigen einen gehäuften Anteil an SchulabgängerInnen ohne Abschluss, an Kindern von Transferempfängern, an Kindern mit erhöhten Sprachförderbedarf, an Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund und einer besonders niedrigen Abitursquote auf. Die Konzentration mit diesen Merkmalen hat sich noch deutlicher auf bestimmte Stadtteile konzentriert. Das bedeutet, die soziale Spaltung hat sich in den letzten drei Jahren noch einmal beschleunigt. Die Politik ist gefordert entschieden gegenzusteuern, sonst ist der Weg in die Zweiklassengesellschaft vorgezeichnet. Nur mit Ganztagsschulen, wie Senator Rabe meint, ist diesem Problem nicht beizukommen", so Dora Heyenn.

Offenkundig hat die aktuelle Diskussion um die Honorarkräften an den Hamburger Schulen den Senator zum Nachdenken gebracht. Erstmals sprach Ties Rabe von Ganztagsschulen einer besonderen Qualität. "Hoffentlich ist das der Abschied von dem Billigmodell", so Heyenn. In dem Zusammenhang wurde deutlich, dass steigende Schülerzahlen, bessere Qualitätsanforderungen, mehr Fortbildung und eine bessere Umsetzung des § 12 des Hamburgischen Schulgesetzes mehr Mittel bedürfen, als bisher vorgesehen.

"Wenn der Bildungsbericht einen Sinn haben soll, dann müssen Taten folgen und der Senat muss darlegen, wie hoch der Finanzbedarf für die Schulbehörde tatsächlich ist", so die Fraktionsvorsitzende abschließend.