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22. Juni 2012 Bürgerschaftsfraktion

Bildungsbericht belegt Verfestigung der Bildungsungerechtigkeit

Zu dem Bildungsbericht, der heute von der Bundesregierung vorgelegt wurde, erklärt Dora Heyenn, Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Der Bericht bestätigt, dass sich eklatante Bildungsungerechtigkeiten verfestigt haben. Zentrale Problemfelder sind die dramatisch verschärfte soziale Spaltung, die fortschreitenden Privatisierung, die Geschlechterverteilung des Personals und die Prekarisierung der Beschäftigungsverhältnisse.

Bis zu 20 Prozent der Jugendlichen können nicht richtig lesen oder Texte verstehen, brechen die Schule oder die Lehre ab und nehmen auch nicht an Weiterbildungen teil. Das stellt eine Verschlechterung im Vergleich zu früheren Jahren dar. Der Anteil der Ungelernten und Schulabbrecher ist in der Altersgruppe der 30 bis 35-Jährigen erheblich größer als in der Altersgruppe der 60 bis 65-Jährigen. „In der Konsequenz bedeutet es, dass die soziale Spaltung auch in der Bildung dramatisch zugenommen hat“, so Heyenn.

Auch die Integration von Migranten lässt zu wünschen übrig. So heißt es im Bildungsbericht: “Trotz einer deutlich steigenden Bildungsbeteiligung seit 2005 haben türkischstämmige Migranten sowie Personen aus den sonstigen ehemaligen Anwerbestaaten auch 2010 in allen betrachteten Altersgruppen die geringsten Beteiligungsquoten.“

Wie bei der Ausbildungsmesse vor einigen Monaten in Hamburg deutlich erkennbar war, die Privatisierung der Bildung schreitet heftig voran: „Über alle Bildungsbereiche hinweg ist die Anzahl der Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft in den letzten 12 Jahren gestiegen. Besonders stark ist dieser Anstieg bei den Hochschulen und den allgemeinbildenden Schulen. Die Anzahl der öffentlichen Bildungseinrichtungen ist außer bei den Hochschulen in allen Bildungsbereichen zurückgegangen. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich bei den Teilnehmerzahlen.

Eklatantetes Beispiel: um 35,5% stieg der Anteil der Allgemeinbildenden Privatschulen und um 15,7 % sank der Anteil an diesen Schulen in öffentlicher Trägerschaft. Diese Zahl zeigt auch, dass die Einrichtungen in freier Trägerschaft in der Regel kleiner als die staatlichen Schulen sind. Die Privatschulen picken sich nicht nur die Rosinen heraus, was bedeutet, dass die engagierten Eltern und die unproblematischen Kinder auf die Privatschulen gehen, sie haben auch bessere Bildungsbedingungen. Wenn dieser Trend nicht gestoppt wird, verstärkt sich die soziale Bildungsungerechtigkeit weiter.

Eine ausführlichere Auswertung des Bildungsbericht findet sich unter: www.linksfraktion-hamburg.de