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28. Oktober 2010 Bürgerschaftsfraktion

Bilanz mit falschen Zahlen: Arbeitsagentur, Handels- und Handwerkskammer reden Ausbildungsplatzsituation schön

Es ist seit Jahren traurige Praxis, dass Regierung, Bundesagentur für Arbeit und Kammern mit geschönten Zahlen der Bevölkerung eine heile Ausbildungswelt vorgaukeln. In ihrer Pressemitteilung "Bilanz Berufausbildung 2009/10 in Hamburg" vom 26.10.2010 setzen die hiesige Arbeitsagentur, Handels- und Handwerkskammer dem Ganzen die Krone auf. Dort behaupten sie allen Ernstes: "Mit 6.284 einmündenden Auszubildenden" von 6.498 registrierten BewerberInnen bei der Arbeitsagentur wären 6.284, also 97 % (!), in eine Ausbildung eingemündet, "nur noch 214 Jugendliche traten zum Herbst 2010 keinen Ausbildungsplatz an." Das wäre sensationell. Ein Blick in die Veröffentlichungen der Bundesagentur aus Nürnberg enthüllt jedoch, dass es sich hierbei um falsche Angaben handelt. Dort werden nur 3.085 (also 47 %)  "einmündende Bewerber" ausgewiesen. D.h., dass in Wirklichkeit über die Hälfte der BewerberInnen aus Hamburg keine Lehrstelle bekommen hat.

Dazu erklärt Dora Heyenn, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE:

"Offensichtlich können die drei 'Akteure' in der Berufsbildung ihre geschönten Ausbildungsstatistiken selbst nicht richtig lesen. Sie haben schlicht 'versorgte' und 'eingemündete' BewerberInnen durcheinander gebracht. Als 'versorgt' gelten in der Berufsberatungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit aber alle BewerberInnen, die irgendwie untergebracht worden sind, also auch Jugendliche in Warteschleifen und Jobs sowie Arbeitslose. Das ist bewusst irreführend, um so die realen Ausbildungsprobleme zu kaschieren.

Nun sind die drei 'Akteure' selbst Opfer ihrer Vernebelungsstatistik geworden. Schlimm für die Hamburger Jugendlichen und deren Eltern daran ist, dass damit eine verfehlte Ausbildungspolitik legitimiert wird. Damit muss Schluss sein. Die Schulbehörde und die Arbeitsagentur müssen endlich seriöse Ausbildungsstatistiken vorlegen."